170 Interessierte kamen zu Infoveranstaltung

Bahnhaltestelle in Schwarzenberg soll 2021 gebaut werden

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Wollten wissen, wie es weitergeht: Insgesamt etwa 170 Schwarzenberger waren da und stellten Fragen zu der geplanten Haltestelle.

Schwarzenberg. Der Bau der Bahnhaltestelle in Schwarzenberg soll im April 2021 beginnen. Am Montag präsentierte DB-Projektleiter Daniel Roethlinger die Pläne im Dorfgemeinschaftshaus.

Roethlinger traf dabei auf eine tolle Kulisse: 170 Einwohner waren gekommen und wollten wissen, wie es weitergeht. Seit mehr als 140 Jahren fahren die Züge an Schwarzenberg nur vorbei. Und seit 1996 bemüht sich der Ort um einen Haltepunkt.

Laut Roethlinger wird der Bahnsteig 140 Meter lang. Das verwunderte die Zuschauer. Leif Niklas Wulf vom Bahnhofsmanagement Kassel erklärte: Zwei aneinandergekoppelte Regiotrams kämen auf eine Länge von 120 Metern. „Der Bahnsteig soll lang genug sein, damit eines Tages der Cantus halten könnte.“ Der Halt von Cantus-Zügen sei vorerst aber nicht geplant.

Barrierefreies Ein- und Aussteigen

38 Zentimeter werde der Bahnsteig hoch. Somit können Fahrgäste barrierefrei in die Regiotrams ein- und aussteigen. Die Sonderhöhe für die Nahverkehrszüge musste zuvor beantragt werden. Geplant sind Wetterschutzhäuser mit je drei Sitzplätzen und einem Platz für Rollstuhlfahrer, eine Rampe soll zu den Gleisen führen. Dort werde es eine elektronische Abfahrtsanzeige und einen Lautsprecher geben. Die halbseitigen Schranken des Übergangs bleibt. Angedacht sind Bürgermeister Markus Boucsein zufolge zudem eine Park- und eine Fahrradabstellfläche.

Eine Neuigkeit löste Erleichterung aus: Der stündlich verkehrende Stadtbus fällt nach dem Anschluss an das Schienennetz weg – und fährt nicht länger durch die zu enge Blumenstraße. Der Schulbus bleibt.

Im April 2021 soll es endlich losgehen. Die Bauzeit beträgt dann lediglich vier Monate. Den langen Vorlauf benötigt die Bahn für die Planungen: unter anderem für die Sperrpausen und den Schienenersatzverkehr.

Lärmschutz bleibt Thema

Als Nächstes dürfen die Einwohner beim Ortsbeirat und dem Bauamt Einwendungen einreichen. Der fehlende Lärmschutz für den Zugbetrieb könnte dann Thema werden. „Unser Gutachten hat ergeben, dass keine Lärmschutzmaßnahmen nötig sind“, erklärte Projektleiter Roethlinger. Grund sei, dass sich der Lärmpegel mit der Haltestelle kaum ändere.

Anlieger Helmut Sinning hatte sich diesbezüglich mehr erhofft: „Der Einwand wird kommen“, sagte der 78-Jährige. Der stellvertretende Ortsvorsteher Volker Klute dazu: „Wir werden das Gutachten anfordern und die Lärmwerte überprüfen.“ Falls diese zu hoch seien, müsse sich die Stadt an die Deutsche Bahn wenden.

Einen ökologischen Aspekt brachte Martina Blumenstein (54) an: „Ich habe drei Kinder, die nach Kassel wollen. Also fahre ich dreimal am Tag mit dem Auto nach Melsungen. Das ist auch nicht im Sinne der Energiewende.“ Sie freut sich auf die Haltestelle.

Quelle: HNA

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