Stadt Zierenberg will einschreiten

Bahnhof in Oberelsungen verfällt weiter: Besitzer nicht auffindbar

Heruntergekommen: Von außen sieht man eingeschlagene Fenster am Bahnhof Oberelsungen, im Innern liegen Schutt und Müll. Fotos:  Renner

Oberelsungen. Der Bahnhof Oberelsungen verkommt immer mehr: Eingeschlagene Fenster, Graffiti an den Wänden sowie Müll und Schutt im Inneren.

Durch Fenster im hinteren Teil ist der Bahnhof ohne Probleme zugänglich. Der Eigentümer ist nicht auffindbar, nun will die Stadt Zierenberg einschreiten.

Der schlechte Zustand des Bahnhofs, der von Zügen und Regionalbahnen angefahren wird, wird vor allem auf der Rückseite deutlich. Die Fenster, die dort bis fast auf den Boden reichen, sind herausgeschlagen. Ohne Weiteres ist der Zugang in das Gebäude deshalb möglich. Tatsächlich scheinen sich immer mal wieder Menschen im Bahnhof aufzuhalten. Eine glitzernde Handtasche, Papier, Dosen, eine Klappbox aus Plastik liegen dort.

„Unbefriedigende Situation“ 

Dass es durchaus gefährlich werden kann, den Bahnhof zu betreten, wird schnell deutlich. So sind Löcher im Dach zu sehen, zahlreiche Dachziegel sind bereits ins Innere gefallen. Eine Decke hängt deutlich durch und scheint lediglich von wenigen Metallstreben gehalten zu werden, der Fußboden ist stellenweise nicht mehr vorhanden.

„Das ist eine unbefriedigende Situation, wir sind mehr als unglücklich damit“, sagt Rüdiger Umbach, Ortsvorsteher von Oberelsungen. Das Problem: Weil der Bahnhof gut einen Kilometer außerhalb des Ortes liege, bekomme man nicht mit, was dort passiert, sagt Umbach. Auch für die Ortsansicht sei das ein Problem, sagt er. Früher sei der Charakter einladend gewesen. „Wir vom Ortsbeirat wären froh und glücklich, wenn sich dort etwas tun würde“, sagt Umbach.

Der Bahnhof ist seit Jahren im Privatbesitz. „Aber niemand weiß, wo sich der Mann aufhält“, sagt der Ortsvorsteher. Das bestätigt Christian Fischer, Bauamtsleiter der Stadt Zierenberg. „Der Mann ist nicht zu erreichen“, sagt er. Schon mehrfach habe die Stadt mit der Bauaufsicht dafür gesorgt, dass kein Zutritt mehr in das Gebäude möglich ist. Niemand dürfe zu Schaden kommen, deshalb dürfe die Stadt auch „notwendige Sicherungsmaßnahmen“ ergreifen, obwohl sie nicht Eigentümerin des Gebäudes ist.

Zusammen mit der Bauaufsicht werde er sich das Gebäude nun noch einmal ansehen und es wieder entsprechend sichern lassen, damit der Zugang künftig nicht mehr möglich ist, sagt der Bauamtsleiter. Der Mann, dem das Gebäude derzeit gehört, habe es ersteigert, sagt Fischer. Davor haben sogar Menschen in dem Bahnhof gelebt.

Nun appelliert der Zierenberger Bauamtsleiter an alle, den maroden Bahnhof unter keinen Umständen zu betreten. Dies sei verboten, sagt Christian Fischer. Außerdem sei zumindest die Decke einsturzgefährdet.

Quelle: HNA

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