Streit um die Bahnsteighöhe

Bahnhof Treysa: Umbau steht auf Messers Schneide

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Bleibt erst einmal, wie er ist: Der Bahnhof Treysa. 

Treysa. Nur eine Ausnahmeregelung kann noch bewirken, dass der Bahnhof in Treysa in absehbarer Zeit barrierefrei umgebaut wird.

Nach Recherchen der HNA laufen darüber Gespräche, doch die könnten sich bis zu einem Jahr hinziehen. Nachvollziehbar erscheint das so gut wie niemandem. Seit drei Jahren liegt Baurecht vor und alle Verantwortlichen sehen höchste Dringlichkeit dafür, dass der Bahnhof Treysa mit seinem Einzugsbereich von 60.000 Menschen endlich ausgebaut wird. Dagegen steht aber das Steighöhenkonzept der Bahn von 76 Zentimetern, Treysa, Borken und viele andere Bahnhöfe in ganz Deutschland sind aber mit 55 Zentimetern geplant. Sogar der künftige Halt Melsungen-Schwarzenberg soll 76 Zentimeter aufweisen, obwohl er von Regiotrams angefahren wird, die die Höhe 38 Zentimeter vorgeben.

Entsprechend laufen das Land, der NVV (Nordhessischer Verkehrsverbund), Kommunen, Verbände und Landkreis Sturm. Die letzte Hoffnung ist derzeit, dass eine Ausnahmeregelung greift.

Mitte Januar wurde auf höchster Ebene darüber verhandelt, in welchen Fällen bei der Modernisierung von Bahnhöfen noch von der 76-Zentimeter-Vorgabe abgewichen werden darf. Diese Änderungsvorschläge würden derzeit geprüft, ist aus Berlin vom Verkehrsministerium und der Bahntochter "DB Station & Service AG" zu vernehmen. Diese AG ist formal die Eigentümerin von Bahnhöfen und Stationen in Hessen – und damit für die Planung und Ausführung des barrierefreien Ausbaus zuständig. Mit allen Bundesländern soll sich nun noch einmal abgestimmt werden.

Müsste für Treysa aber wirklich von vorne geplant werden mit der Steighöhe 76 Zentimetern, würde das erneut teurer, auch für Schwalmstadt. Vor allem würde es das Projekt um Jahre zurückwerfen.

Seit über 30 Jahren gibt es Bestrebungen, den Bahnhof in Treysa barrierefrei auszubauen. 2011 wurde eine komplette Rahmenvereinbarungen vorgestellt, nach der Treysa drei Jahre lang von 2014 bis 2016 ausgebaut werden sollte – mit einer Bahnsteighöhe von 55 Zentimetern, Baurecht besteht. Allerdings wurde kein Realisationsvertrag geschlossen, deshalb soll die Ausnahmeregelung nicht greifen. Gegen den Projektstillstand kämpfen nun alle von den Bürgermeistern bis hinauf zu Verkehrsminister Al-Wazir. Alle geißeln die Nachteile wie den unabsehbaren Zeitverzug und große Kostensteigerungen für Umplanungen und neue Züge.

Quelle: HNA

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