Abtransport und die Lagerung von Erde

Bau des Bahntunnels: Gemeinde Habichtswald rechnet mit Belastungen

+
Der alte Bahntunnel bei Zierenberg: Schon bald wird das Gelände eine Großbaustelle sein. Die Bahn möchte unter dem Dörnberg einen neuen Tunnel bauen. Der Abtransport und Verbleib des Aushubes wirft einige Fragen auf.

Habichtswald/Zierenberg. Das Ringen um den Erdaushub, der beim Bau des Bahntunnels in Zierenberg anfallen wird, verfolgen die Nachbarn in Habichtswald mit Interesse. Denn viele Fragen rund um den Abtransport und die Lagerung von Erde und Gestein sind noch ungeklärt.

Sollte der Abraum weder für den Bau eines Sportplatzes durch den TSV Zierenberg, noch wie bereits angedeutet für einen Lärmschutzwall an der A 44 bei Burghasungen Verwendung finden, würden die Transportfahrzeuge sehr wahrscheinlich durch die Gemeinde Habichtswald rollen, so Bürgermeister Thomas Raue.

In einem Gespräch habe ihm die Deutsche Bahn mitgeteilt, dass noch keine Entscheidung über den Verbleib des Aushubes gefallen sei. Die Ausschreibung, die eigentlich für Mitte Februar anvisiert war, hätte sich verzögert. Derzeit seien noch viele Fragen offen, die unter anderem die Punkte Fahrtstrecke, Endlagerstätte, Zulieferung weiterer Materialien sowie Zeitplanung für die Ver- und Entsorgung beträfen, sagt Raue. Vonseiten der Bahn erwartet die Gemeinde Habichtswald in Kürze Informationen, aus denen hervorgeht, was auf die Bewohner in Dörnberg und Ehlen im schlimmsten Falle zukommt.

100.000 Kubikmeter

„Und der schlimmste Fall wäre: Der gesamte Abraum wird zur Igelsburg gebracht“, sagt Raue. Gerechnet wird mit einem Aushubvolumen von 80.000 Kubikmetern Erde und 20.000 Kubikmetern Material, das auf eine Sondermülldeponie gefahren werden muss.

Konkret wollen die Habichtswalder wissen: Wann beginnt der Abtransport des Aushubs? Wo ist die Endlagerstätte? Welche Route wird den Fuhrunternehmen vorgeschrieben? Zudem möchte der Verwaltungschef wissen, ob die Versorgung des Tunnels mit Materialien wie Eisen und Beton parallel verlaufen und sich damit die Belastung noch erhöhen wird. Unklar sei ferner, mit wie vielen Lkw die Einwohner Habichtswalds stündlich rechnen müssen. Raue ist sich der Brisanz der Situation bewusst und will zu einer Bürgerversammlung einladen, bei der dann auch Vertreter der Bahn Rede und Antwort stehen sollen.

Die Stadt Zierenberg hatte zunächst gehofft, mit dem Abraum entlang der A 44 bei Burghasungen einen Lärmschutzwall errichten zu können. Bewohner dort klagen schon lange über einen hohen Geräuschpegel. Gutachter kamen nun aber zu dem Ergebnis, dass der Erdwall am Sockel so breit und damit so schwer werden würde, dass das Bauwerk für die Stadt Zierenberg nicht mehr zu finanzieren wäre. Alternativ hat nun der TSV angeregt, den Abraum zu nutzen, um den Höhenunterschied eines Gelände auszugleichen, auf dem der Verein zwei Sportplätze bauen möchte. Diese Idee wird von der Zierenberger SPD unterstützt, eine Entscheidung hierzu ist aber auch noch nicht gefallen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare