Ein Jahr blieb der Ofen im Backhaus Immichenhain kalt, ein Neuer ist gerade in Arbeit

Bald gibt es wieder frisches Brot

Stein auf Stein: Ofenbaumeister Gottfried Spahn mit Azubi Florian Brinkhoff.

Immichenhain. Ein Jahr lang blieb der Ofen im Immichenhainer Backhaus kalt. Er drohte beim Befeuern einzustürzen – mehrere Steine waren bereits aus der Rückwand heraus gebrochen, die Konstruktion war instabil. Geflickt werden konnte der Ofen nicht mehr: Ein neuer musste her. Darum kümmert sich gerade Ofenbauer Gottfried Spahn.

„Wir freuen uns riesig auf das erste Backen, voraussichtlich klappt es noch vor Weihnachten“, erklären Käthe Blumenauer und ihre Tochter Sabine Roßkopf von der Backgemeinschaft. Im Ottrauer Ortsteil wird die Tradition des Brotbackens aufrecht erhalten. Nachdem das alte Backhaus im Zuge der Straßenbegradigung abgerissen werden musste, wurde 1981 direkt an der Bushaltestelle mitten im Ort ein neues errichtet. Damals trafen sich 18 Frauen zum regelmäßigen Backen, alle 14 Tage. Heute ist die Zahl der Bäcker zwar geschrumpft – es sind acht Damen und ein Mann – aber das Dorf steht nach wie vor hinter der Backgemeinschaft. „Viele haben mitangepackt als der alte Ofen abgetragen und eine Wand entfernt werden musste“, sagt Roßkopf.

Auch rund um das Backhaus haben die Immichenhainer Ordnung gemacht, die Fläche hinter dem Haus wurde in Eigenleistung gepflastert. Ein Jahr lang hat Käthe Blumenauer ihr Brot zuhause gebacken: „Es war dasselbe Mehl, aber es fehlte einfach was“, erklärt sie. „Das Buchenholz gibt unserem Brot eben seinen besonderen Geschmack“, ist sich auch Sabine Roßkopf sicher.

Ofenbauer Spahn ist zuversichtlich, dass der neue Backofen noch vor Weihnachten in Betrieb genommen werden kann: „Wir haben das Gewölbe abgestützt und bauen den Ofen von unten neu auf. Die Bodenplatte war ja schon vorhanden“, sagt er. Damit das neue Modell lange hält, wird Spahn den Bäckern noch erklären, worauf es beim Befeuern ankommt.

Das Projekt kostet 16 000 Euro, 8000 Zuschuss gibt es aus einem Landesprogramm. Den Rest tragen die Gemeinde Ottrau und die Backgemeinschaft. (zsr)

Quelle: HNA

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