Das Praktikum bei der UN ist demnächst beendet

Bald heißt es, Abschied nehmen

Hanna Lena Reich

D ie sechs Monate meines Praktikums sind fast vorbei, und ich bin etwas nachdenklich geworden, was meine berufliche Zukunft betrifft.

Für die Vereinten Nationen zu arbeiten, brächte viele Vorteile mit sich. Zunächst einmal finanzielle: Mit einem abgeschlossenen Studium und wenigen Jahren Berufserfahrung kann man bei der UN bereits 6000 Dollar monatlich verdienen, steuerfrei. Je nachdem, welche Position jemand innehat, kann sich diese Summe auf bis zu 50 000 Dollar pro Monat vergrößern.

Zudem erhält man Vergünstigungen beim Kauf von Autos, visafreies Reisen in der ganzen Welt, steuerfreies Einkaufen in Diplomatengeschäften in Nairobi, kostenlose Gesundheitsversorgung in der Klinik der Vereinten Nationen sowie die Übernahme der Kosten von Schul- oder Studiengebühren, falls Kinder vorhanden sind. Mir wurde ermöglicht, an Dienstreisen teilzunehmen, unter anderem nach Äthiopien und Indien, und mir wurden Sprachkurse bezahlt.

Ich habe wichtige Persönlichkeiten treffen können, wie zum Beispiel den UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, den kenianischen Präsidenten Mwai Kibaki oder den Hollywood-Schauspieler Edward Norton.

Die Strukturen und Arbeitsmethoden der UN kennenzulernen, hat einige Zeit gedauert. Meist sitzen alle im Büro und verfassen ein Strategiepapier hier, einen Report dort. Dabei vermisse ich es, vor Ort zu sein, mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu treten und konkrete Ergebnisse zu beobachten.

Dennoch habe ich viel gelernt. Eine meiner Hauptaufgaben war es, eine Expertenkonferenz zum Thema „Frauen und Sicherheit in Städten“ zu organisieren. Dazu habe ich umfangreich recherchiert, mich mit Mitarbeitern von Frauenrechtsorganisationen getroffen und ein Dokument verfasst, das für eine Konferenz als Diskussionsgrundlage verwendet werden wird.

Ich werde an meinem letzten Arbeitstag eine Präsentation in der Expertenkonferenz halten und all die Menschen kennenlernen, mit denen ich in den letzten Monaten in zahlreichen Telefon- und Videokonferenzen zusammengearbeitet habe.

Am gleichen Abend werde ich bei einem von meinem Chef organisierten Abendessens mit all meinen Kollegen verabschiedet – einen schöneren Abschluss kann ich mir nach sechs Monaten interessanter Arbeit nicht vorstellen.

Hanna Lena Reich

Quelle: HNA

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