Wasserqualität soll steigen

Bald kein Gestank mehr: Efze bei Holzhausen soll renaturiert werden

Holzhausen. Die Efze soll wieder ganz natürlich ihren Weg durch Holzhausen ziehen. Das zumindest ist das Ziel der Renaturierung.

Dabei geht es vor allem darum, einen flacheren Verlauf des Flusses zu erhalten, und es soll wieder ein naturnahes Ufer entstehen.

Das ist zugleich langfristig das Ende der von Menschenhand erstellten Inseln und Mauern.

Geplant sind Bauarbeiten am Flussbett der Efze in Holzhausen auf Höhe des Mittelwegs, die die Wasserqualität stark verbessern sollen, erklärte Dr. Reiner Braun vom Planungsbüro Unger aus Homberg. Man erfülle damit zugleich eine EU-Richtlinie. „Wir haben die Natur nicht geerbt, sondern nur geliehen. So auch dieses Gewässer, das wir mit dieser Renaturierung wieder zurück in einen natürlichen Zustand bringen wollen“, erklärt der Kasseler Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke. Die Renaturierung solle das Landschaftsbild und die Stadt schöner machen.

Stinkender Graben

Die Efze sei zu großen Teilen durch Menschenhand geformt worden. Ein Beispiel dafür sei einer ihrer Seitenarme: der alte Mühlengraben, der früher das Eisenwerk mit Wasser versorgte, bekannt als Hammergraben. Heute liege der Graben aber oft still und trockne aus. Es komme dann zu erheblicher Geruchsbelästigung. Damit soll nach der Renaturierung Schluss sein. Dazu soll auch die Ufermauer zwischen der Efze und dem Hammergraben zurückgebaut werden. Natürliches Substrat wie Kies und Sand soll die Ufer abgrenzen und die alten Mauern ersetzen. Der Fluss würde erst einmal breiter werden - der neu aufgeschüttete Kies an den Ufern schmälert ihn aber auf natürliche Art und Weise ab. Wasser verhalte sich oft unvorhersehbar. Man setze aber darauf, dass sich das Abflachen des Flusses positiv auswirke, so etwa beim nächsten Hochwasser.

Für Flora und Fauna 

Die Efze liegt in einem europäischen Schutzgebiet, welches mit den Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien (FFH) die Erhaltung natürlicher Lebensräume regelt. In der Efze gäbe es so beispielsweise ein hohes Vorkommen der Fischarten Grobe und Bachneunauge, das man erhalten wolle, sagte Braun.

„Bevor wir anfangen, müssen wir auch auf den Fischbestand achten. Denn immerhin wollen wir renaturieren, nicht zerstören.“, sagt Braun. In der Flachwasserzone könnten die Lebensbedingungen der Fische mit der dort neu entstehenden Unterwasservegetation letztlich sogar verbessert werden. Man müsse den Fischbestand an der Projektstelle prüfen und eventuelle Fischtreppen während der Arbeiten anbieten.

Das alles wurde nun ganz offiziell im Homberger Rathaus vereinbart: Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke unterzeichneten den dazugehörigen Vertrag. Lübcke sicherte mit seiner Unterschrift die komplette Kostenübernahme des Projektes durch das Land Hessen zu. Insgesamt werden 300 000 Euro für die Renaturierung der Efze in Holzhausen ausgegeben. Bevor es mit den Bauarbeiten losgeht, wolle man Informationsveranstaltungen und Bürgergespräche zum Thema anbieten, erklärte Nils Arndt, Technischer Leiter des Homberger Bauamtes. Wenn alles wie geplant klappt, dann könne man frühestens im Frühjahr beginnen.

Von Margarete Leissa

Quelle: HNA

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