Studenten untersuchten altes Holz in Gebäuden in Gilsa

Balken erzählen viel

Holzproben: Dr. Ulf Büntgen (links) nimmt eine Holzprobe aus dem alten Längsbalken, daneben Studentinnen aus Giessen und Rainer Scherb, Bewohner des Mittelhofes. Foto: Hebeler

Gilsa. Die Balken der Kirche in Gilsa und des Mittelhofes sind Zeugen des lange vergangenen Mittelalters. Anhand von Kernbohrungen können Wissenschaftler nicht nur das Alter des Baumstammes ermitteln, aus dem sie geschnitten wurden. Die Bohrkerne sagen auch viel über die klimatischen Verhältnisse während seines Wachstums aus.

Wie spannend die Untersuchungen sein können bewies eine Gruppe Geographiestudenten aus Gießen. Prof. Jürgen Luterbacher vom geografischen Institut und der Dendroklimatologe Dr. Ulf Büntgen von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in der Schweiz untersuchten mit ihren Studenten die Balken in der Kirche und im Mittelhof.

Interessant ist, dass die Balken älter als die Kirche sind. Das bedeutet, dass sie zuvor in einem anderen Gebäude – vermutlich der Vorgängerkirche – eingebaut waren. Nach Abgaben von Dr. Büntgen war der Eichenvorrat in dieser Gegend vor dem 30-jährigen Krieg wohl beachtlich. Doch nur wohlhabende Menschen konnten sich richtige Häuser mit Steinmauern und einem Dachstuhl leisten. Schon deshalb sei die reine Eichenkonstruktion am Mittelhof interessant. Die Bohrkerne werden nun am Institut ausgewertet und archiviert.

Siggi Horrender, der sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Mittelhofes beschäftigte, berichtete den Studenten über die Siedlungsaktivitäten in Gilsa. (zeb)

Quelle: HNA

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