Fingierte Rechnungen vor Gericht

Verhandlung um gewerbsmäßigen Bandenbetrug und Untreue wurde vertagt

Fritzlar/Homberg. Der Prozess um gewerbsmäßigen Bandenbetrug und Untreue vor dem Fritzlarer Amtsgericht ist vertagt worden.

Dem 47 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, sich von Mai 2005 bis Juni 2008 als Angestellter eines Homberger Unternehmens mit den beiden Mitangeklagten, einem Ehepaar, über fingierte Rechnungen eine zusätzliche Einnahmequelle geschaffen zu haben. Die Angeklagten sollen 64 Rechnungen im Namen einer Firma geschrieben haben, die es tatsächlich gar nicht gibt.

Die fingierten Rechnungen sollen an das Homberger Unternehmen gegangen sein, wo der 47-Jährige dafür zuständig war, Rechnungen auf deren Richtigkeit zu prüfen. Er habe jeweils bescheinigt, das die Waren ordnungsgemäß geliefert worden wären, so der Vorwurf, und für sich und die beiden Mitangeklagten so fast 200.000 Euro ergaunert. Die Angeklagten machten gestern vor dem Fritzlarer Amtsgericht von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Der Staatsanwalt räumte ein, dass die Beweislage dünn sei. Hat der Haupttäter die Auszahlungen mit seiner Unterschrift bestätigt? Oder gab es in der Firma Vorgesetzte, die dafür zuständig waren? Interna undurchsichtig Die Interna der Firma scheinen etwas undurchsichtig zu sein. Offenbar ist auch eine aktive Beteiligung des Ehepaares bisher kaum zu erkennen. Damit würde auch der Vorwurf der Bandenbildung entfallen, der ebenfalls in der Anklageschrift stand. Mit Blick auf diese Sachlage bat der Staatsanwalt die Beteiligten, vor Gericht reinen Tisch zu machen.

Er verwies dabei auf die Möglichkeiten der Justiz, anstelle von Haftstrafen erzieherische Bewährungsauflagen zu erteilen. Die Anwälte der Angeklagten berieten sich in einer weiteren Pause mit ihren Mandanten, doch diese blieben dabei: Sie verweigerten die Aussage. Zahlreiche Zeugen müssen nun noch vorgeladen werden, um den Sachverhalt zu klären. Die Hauptverhandlung wurde vertagt. Ein neuer Termin wird noch bekannt gegeben.

Von Michael Meinicke

Quelle: HNA

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