In Röllshausen

Spektakulärer Überfall vor 25 Jahren: Bankräuber erbeutete 40.000 Mark

Regen beim Michaelismarkt in Treysa im September 1989: Genannt werden von links H. G. Becker, H. Gömpel, G. F. Huck und Marktorganisator H. Bambey. Foto:  Repro

Schwalm. Ein spektakulärer Banküberfall bewegte die Menschen in der Schwalm vor 25 Jahren. Wir haben für Sie in den Ausgaben vom September 1989 geblättert.

Eine Beute von 40.000 Mark machte ein Bankräuber vor 25 Jahren in Röllshausen. Der Mann bedrohte damals eine 24-jährige Mitarbeiterin der Kreissparkasse mit einer Pistole. Die junge Frau war als Urlaubsvertretung an jenem Morgen gerade dabei, den Hintereingang der Filiale aufzuschließen. Der Räuber zwang sie, den Tresor zu öffnen. Er ließ das Geld in Plastiktüten verstauen und flüchtete mit dem Auto der Frau. Später wechselte er den Fluchtwagen. Das beobachteten Zeugen. Der Räuber hatte die Sparkasse vorher inspiziert, indem er vorgegeben hatte, einen 20-Mark-Schein wechseln zu wollen.

Eine Woche später stellte sich der damals 22-Jährige aus Wetzlar bei der Polizei. Ein Freund, von dem er den Fluchtwagen geliehen hatte, hatte ihn zu diesem Schritt gedrängt. Der Täter hatte sich von seiner Beute ein Auto gekauft.

Festgenommen wurden auch vier Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren aus Treysa, die in der Bahnhofsstraße zweimal in ein Kaufhaus eingebrochen waren. Die Diebe erbeuteten Waren im Wert von 10 000 D-Mark. Unter anderem nahmen sie Radios, CD-Spieler, Zigaretten und Uhren mit.

Einen Anstrich bekam das Europabad in Treysa. Für 650.000 Mark wurde es saniert. Das Bad erfreute sich großer Beliebtheit und zählte 90.000 Besucher im Jahr.

Umfangreich saniert wurde auch das Reha-Zentrum Urbachtal in Neukirchen. Neun Millionen Mark wurden in die Klinik und das Erholungszentrum für Krebspatienten gesteckt. Unter anderem entstand ein Neubau des Schwimmbades, sowie eine größere Speisesaal und eine Cafeteria. Das Reha-Zentrum galt damals mit 195 Betten und 150 Mitarbeitern als Paradepferd der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, die sich an der Belegung beteiligten.

Die Flüchtlingswelle aus der DDR im September 1989 führte auch in der Schwalm zu Bemühungen, die Menschen unterzubringen. In Schrecksbach wurde die ehemalige Schule als Übernachtsstätte bereitgestellt.

Das Malerstübchen Willingshausen zog um. Das neue Domizil wurde die ehemalige Renterei der Familie von Schwertzell. Die Vereinigung hatte sich bis dahin im Gasthaus Hase eingerichtet.

Die Bahnhofsstraße in Treysa sollte ruhiger werden. Punktuell wurde die Fahrbahn verengt. Für den Umbau hatte sich der Gewerbe- und Verkehrsverein eingesetzt.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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