Marcel Hofmann macht legale Graffiti: Jetzt verschönerte er das Freibad der Gemeinde

Im Bann der Buchstaben

Frielendorf. Konzentriert steht Marcel Hofmann an der Wand im Freibad Frielendorf. Er fährt mit seinem Arm als Trockenübung zweimal die Linie ab, die er nachziehen will. Dann drückt er den Sprühkopf der Dose.

Mit einem leisen Zischen verteilt sich die Farbe auf dem Putz. Schnurgerade ist der Strich, den er gezogen hat. „Das ist die Outline von meinem Graffiti, also die äußere Linie“, erklärt der Sprayer aus Frielendorf. Doch der 17-Jährige beteuert:. „Ich sprühe ausschließlich legal.“

„Ich sprühe ausschließlich legal.“

Marcel Hofmann

So auch an der Wand im Frielendorfer Freibad. Die HNA ist für den jungen Künstler an die Gemeinde herangetreten. Der Bürgermeister gab grünes Licht zum Sprühen. Jetzt prangt das Wort „Asef“ an der Garage, das ist Hofmanns Sprüher-Name.

Graffiti als Lebenseinstellung

Erst vor einem Jahr begann Hofmann mit der Dosen-Kunst. „Ich bin über das Internet und die HipHop-Kultur darauf aufmerksam geworden.“ Seitdem lassen ihn die Buchstaben und Figuren nicht mehr los.

„Ich beschäftige mich täglich mit Graffiti. Das ist schon eine Lebenseinstellung“, sagt der Elftklässler überzeugt. Hofmann besucht die Christophorusschule in Oberurff, dort will er sein Abitur machen. Nach den Sommerferien kommt ein Kunst-Leistungskurs zusammen. Das freut den Jugendlichen natürlich, der schon als Kind gerne gezeichnet hat. Sein Kunstlehrer unterstützt ihn in seinem Tun.

Und auch die Mutter: „Sie findet es gut, dass ich male, weil ich kreativ bin und damit auch ein bisschen Geld verdienen kann.“ Denn Marcel Hofmann malt auch Aufträge. Kürzlich erst hat er mit einigen Kollegen die Fassade eines Autohauses in Göttingen verschönert. Doch der angehende Abiturient ist realistisch genug, das Sprühen nicht als Berufswunsch zu nennen. „Ich möchte später einen sicheren Job haben“, sagt er nachdenklich.

Stil und Farben entscheiden

Hofmann betont, dass er ausschließlich legal sprüht. „Ich werde immer wieder von Leuten angesprochen, ob ich das gewesen sei, wenn in der Gegend ein neues Bild aufgetaucht ist.“ Die Verdächtigungen klärt er dann freundlich an Ort und Stelle auf.

Was für ihn ein gutes Bild ausmacht? „Dass es sauber gemalt ist, ich mag akkurate Arbeiten. Die Farben sind auch wichtig, wie sie auf den Betrachter wirken. Und natürlich der Style, also der Stil.“ Dabei handelt es sich um die Art, wie der Künstler die Buchstaben gestaltet hat. „Das kann wild sein, mit vielen Pfeilen und anderen Elementen. Oder einfach gehalten“, erklärt der 17-Jährige.

Abschließend bedankt sich der junge Künstler noch für die von der HNA organisierte und von der Gemeinde Frielendorf zur Verfügung gestellte Fläche. Er weiß: „Legale Wände zum Besprühen sind selten in der Region. Vielen Dank, dass ich hier sprühen durfte.“

Von Matthias Hoffmann

Quelle: HNA

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