Zweiter Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in Ziegenhain

Barrierefreiheit ist das Ziel

Gemeinsam stark: Bewohner der Behindertenhilfe und Beschäftigte der Hephata-Werkstätten riefen zur Gleichstellung auf.

Schwalmstadt. „Einfach alles erreichbar machen – miteinander aktiv gegen Barrieren“: Unter diesem Motto stand der zweite Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am Samstag in Schwalmstadt.

Am europaweiten Protesttag zur Gleichstellung machten Betroffene mit einem Informationsstand und Mitmach-Aktionen auf dem Parkplatz des Tegut-Marktes in Ziegenhain auf die alltäglich von ihnen zu meisternden Hindernisse aufmerksam.

Zum Aktionstag aufgerufen hatten der Beirat für selbstbestimmtes Leben, ein Gremium von Bewohnern der Behindertenhilfe Hephata, und der Werkstattrat des Geschäftsbereiches Behindertenhilfe Hephata, das Gremium der Beschäftigten der Hephata-Werkstätten.

Nach einem Protestmarsch durch Treysa mit anschließender Podiumsdiskussion auf dem Marktplatz im vergangenen Jahr, hatten sich die Organisatoren diesmal für einen festen Standort entschieden. Man wolle verstärkt mit Interessierten in Kontakt treten und die allgemeine Situation verdeutlichen, um die Leute zu sensibilisieren. Treppen, Bushaltestellen, Bahnübergänge, zu hoch angebrachte Fahrpläne oder aufgestelle Lebensmittel, aber auch sprachliche Barrieren wie Fremdwörter und Vorurteile hätten zur Folge, dass sich Menschen mit Behinderungen und Gehhilfen oder auch mit Kinderwagen benachteiligt fühlten.

An großen Schautafeln deuteten Fotos und rot markierte Punkte auf den Stadtplänen von Ziegenhain und Treysa auf die Schwachstellen und Hindernisse hin.

„Bordsteine sind nach wie vor ein großes Hindernis“, erklärte Sabrina Pfaff, Beiratsvorsitzende und selbst Rollifahrerin. Vorhandene Absenkungen reichten nicht aus. Auch gepflasterte Straßenabschnitte hätten ihre Tücken „Lassen Sie uns gemeinsam die Barrieren abreißen“, forderte die 21-Jährige Mitstreiter und Besucher auf.

Einsatz für ein barrierefreies Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap zeigte auch Günter Ritter, Vertreter des Werkstattrates. Er begleitete Freiwillige, die sich einen Eindruck vom Rollstuhlfahren verschaffen wollten, auf dem für sie ungewohnten Hindernisparcours.

Wer es sich zutraute, konnte ein Spiel gegen den Deutschen Meister im Rollstuhltischtennis, Jörg Blumenauer aus Loshausen wagen oder sein Glück bei einem Quiz rund ums Thema versuchen.

Unterstützt wurden die Organisatoren beim zweiten Aktionstag zur Gleichstellung von Mitarbeitern der Behindertenhilfe Hephatas, der Stadt Schwalmstadt und der Aktion Mensch.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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