Bau startet mit Verspätung

Neue Übungsstrecke für Feuerwehr kostet bis zu 2,5 Millionen Euro

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Der Neubau der neuen Atemschutzübungsanlage in Ziegenhain startete jetzt mit eineinhalbjähriger Verzögerung. Wie der Kreis informierte, ist die Fertigstellung nunmehr für das Frühjahr 2021 geplant.

Mit eineinhalb Jahren Verzögerung begannen vor einigen Tagen die Bauarbeiten für die neue Atemschutzübungsanlage in Ziegenhain.

Wie der Schwalm-Eder-Kreis informierte, wurden die Aufträge für Erdbau und Rohbau vergeben. Bei der publikumswirksamen Übergabe des Förderbescheids im Mai 2018 hieß es noch, dass man bis Ende 2019 fertig sein wolle – das hat nicht geklappt. Die Fertigstellung des Gebäudes ist jetzt für Frühjahr 2021 vorgesehen.

Umsetzung des Neubaus drängt

Blickt man auf die nackten Zahlen, drängt die Umsetzung des Neubaus: Im Schnitt nutzen jährlich 1600 Atemschutzgeräteträger die Ausbildungsanlage. Da der Vogelsbergkreis die Atemschutzübungsstrecke im vergangenen Jahr mitbenutzte, waren es 2019 nach Angaben des Landkreises sogar 2000.

Bauherr der Atemschutzübungsanlage ist der Schwalm-Eder-Kreis, Schwalmstadt stellt die Fläche für 50 Jahre in Form eines Erbbaurechts zur Verfügung.

Baukosten auf bis zu 2,5 Millionen Euro geschätzt

Die Baukosten für die Atemschutzübungsanlage schätzt der Landkreis auf bis zu 2,5 Millionen Euro. 2018 war noch von 2 Millionen Euro die Rede. Eine mögliche Steigerung hänge auch mit der Preisentwicklung am Markt ab, erklärte der Kreissprecher. Das Land Hessen bezuschusst den Bau des neuen Gebäudes mit gut 350 000 Euro.

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Ein Grund für den verspäteten Baustart liege auch an der aktuell angespannten Situation im Bausektor und der aufwendigeren Planung für die Gründung des Gebäudes. Es gelte der Grundsatz, dass Gründlichkeit in der Planung vor Geschwindigkeit geht, so Bürger.

Übungsstrecke ersetzt alte Anlage im Keller der Feuerwehr

Die neue Atemschutzübungsstrecke wird eine im Keller des Ziegenhainer Feuerwehrstützpunkts befindliche Anlage ersetzen. Eine Weiternutzung der 1988 eingebauten Strecke sei aus technischer und wirtschaftlicher Sicht nicht mehr sinnvoll, so Stephan Bürger: „Reparaturen, die zum Teil nur durch die kreative Unterstützung der Atemschutzausbilder möglich sind, häuften sich in den letzten Jahren zunehmend.“

Übungsstrecke: 530 Quadratmeter Nutzfläche

Wie es 2018 in den ersten Plänen hieß, wird das Funktionsgebäude über rund 530 Quadratmeter Nutzfläche verfügen. Neben einer Fahrzeughalle für einen Gerätewagen Atemschutz (GW-A) soll es einen Schulungsraum, Umkleideräume, Sanitäranlagen, eine Atemschutzübungsstrecke mit Kontrollraum sowie einen Kraftraum geben.

Bei der Planung der Anlage waren die Atemschutz-Kreisausbilder eingebunden.

Für den Bau der Fahrzeughalle übernimmt Schwalmstadt einen Teil der Baukosten. Abzüglich der Landesförderung seien das 50 Prozent der tatsächlichen Bauwerkskosten, so Bürgermeister Stefan Pinhard gegenüber der HNA.,

Bis Fertigstellung wird alte Anlage genutzt

Bis zur Fertigstellung der neuen Anlage werden Atemschutzgeräteträger ihre Streckendurchgänge weiterhin in der alten Übungsanlage absolvieren müssen. Auch die Ausbildung der Atemschutzgeräterträger wird trotz Bauarbeiten weiterhin in Ziegenhain erfolgen. Damit die Ziegenhainer Feuerwehr trotz der Bauarbeiten schnell zu Einsätzen ausrücken kann, muss die Zufahrt auf das Gelände provisorisch verlegt werden. Für Gäste und Besucher des Stützpunkts gilt ein Parkverbot. Das betreffe auch Lehrgangsteilnehmer, Übungsstreckennutzer und Kreisausbilder, heißt es dazu in einer von Bürgermeister und Stadtbrandinspektor unterzeichneten Dienstanweisung der Feuerwehr Schwalmstadt.

Quelle: HNA

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