Den Bauch schätzen lernen: Ausstellung zum Internationalen Frauentag 

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Ihre Bäuche sind auch in der Ausstellung zu sehen: Bärbel Spohr (links), Frauenbeauftragte des Schwalm-Eder-Kreises, und Bettina Range vom evangelischen Jugendbüro Gilserberg. 

Schwalm-Eder. „Ich bin zu dick!“ Diesen und ähnliche Sätze hört Bettina Range während ihrer Arbeit im evangelischen Jugendbüro Gilserberg immer wieder.

„Es hat zugenommen, dass die Jugendlichen sich nach dem vermeintlich perfekten Aussehen sehnen.“ Ähnliche Erfahrungen hat Bärbel Spohr gemacht, sie ist Frauenbeauftragte des Schwalm-Eder-Kreises. Gemeinsam haben sie eine Aktion gestartet, die ein realistisches Körperbild vermitteln soll – damit Frauen und Mädchen lernen, sich und ihren Körper zu schätzen.

Dafür haben sich 42 Frauen aus dem Schwalm-Eder-Kreis im Alter zwischen 18 und 77 Jahren vor die Kamera der Fotografin Marianne Spenner-Häusling gewagt und Bauch gezeigt. „Der Bauch ist unsere persönliche Mitte und immer im Fokus“, sagt Range. Die Fotos werden am Internationalen Frauentag in einer Ausstellung zu sehen sein.

Wichtig war beiden Organisatorinnen, dass das Projekt generationsübergreifend ist. Spohr: „Mütter regen sich donnerstags über die Sendung ‘Germanys Next Topmodel’ auf und sagen: Guck dir das nicht an, das zieht dich runter. Aber gleichzeitig machen sie selbst ihr Leben lang Diäten.“ Frauen müssten selbstbewusste Vorbilder für Jugendliche sein, um das, was sie ausmacht, nicht hinter ihrem Aussehen zu verstecken.

Nicht allen sei das beim Fotoshooting leicht gefallen. Wichtig war Bärbel Spohr und Bettina Range absolute Anonymität, denn es gehe nicht darum, die Bäuche zu vergleichen.

Die Teilnehmerinnen haben nach den Aufnahmen einen Spruch zum Thema auf eine Postkarte geschrieben, darunter beispielsweise: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, „Mein Bauch ist schön“ und „Dieser Bauch hat drei wundervolle Kinder geboren.“ Sie sind dünn oder dick, haben Dehnungsstreifen oder Narben von Operationen, werden geziert von Piercings oder Tattoos – so vielfältig die Bäuche der Teilnehmerinnen auch sind, so viele Geschichten erzählen die Fotos von ihnen auch. Gemeinsam haben sie aber das Ziel, ein realistisches Bild von Körpern zu präsentieren und anderen Frauen zu zeigen, dass sie sich so schätzen sollten, wie sie sind.

Laut Projektziel geht es um negative Körperbilder von Frauen, um Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, Reduzierung auf vermeintliche körperliche Mängel, auf die Weitergabe dieses negativen Selbstbildes an Kinder und junge Frauen.

Bewusst ist das Projekt als Kooperation zwischen Jugendpflege und Frauenbüro entwickelt worden, um durch die generationsübergreifende Herangehensweise klar zu machen, dass Frauen Vorbilder für Mädchen in Bezug auf ihr Körperbild sind. 90 Prozent der Fälle von Bulimie betreffen Mädchen und Frauen, 91 Prozent aller Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden. 

Quelle: HNA

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