Interview mit Jesberger Bürgermeisterkandidat

Bauer: Schluss mit dem Stillstand

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Kennt sich aus in der Kellerwaldgemeinde: Wolfgang Bauer aus Borken will aus dem Forstamt Jesberg ins Rathaus Jesberg wechseln.   

Borken/Jesberg. Der Wahlkampf in Jesberg geht dem Ende zu: Am 12. März wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Einer der zwei  Kandidaten ist  Wolfgang Bauer (50) aus Borken.

Hand aufs Herz, Herr Bauer: Wenn Sie gewählt würden – hätten Sie keine Angst, in die Fußstapfen von Günter Schlemmer treten zu müssen?

Wolfgang Bauer:Nein, diese Angst habe ich nicht, aber Respekt vor dem Amt. Bei meinen Gesprächen höre ich immer wieder, dass in Jesberg Stillstand empfunden wird und von außen oft gar nicht wahrgenommen wird.

Und das würden Sie ändern?

Bauer: Ja. Ich möchte eigene Schwerpunkte setzen und die Außenwahrnehmung stärken. Ich habe auch die Kraft, etwas für die Zukunft zu schaffen.

Welche Qualifikation bringen Sie mit fürs Amt?

Bauer: Als Forstbeamter bin ich sowohl mit Verwaltungstätigkeiten als auch Betriebsarbeiten vertraut. Zusätzlich habe ich durch meinen Einsatz im Borkener Stadtparlament kommunalpolitische Erfahrung. Deshalb kenne ich viele Akteure in der Region.

Was ist eigentlich Ihre Motivation, sich für das Amt zu bewerben? Es geht Ihnen doch gut im Forstamt.

Bauer: Ja, es geht mir dort gut. Ich habe Freude, neue Ideen zu entwickeln und konsequent anzugehen. Das Bürgermeisteramt bietet viele Möglichkeiten.

Dafür braucht man Geld. Und davon hat Jesberg nicht gerade viel.

Bauer: Um so wichtiger ist der kreative Einsatz dieser begrenzten Mittel. Jesberg hat aber auch Menschen, die mitmachen, die man motivieren kann. Und finanziell sind die Prognosen nicht so schlecht, es gibt ja schon einen kleinen Überschuss im Haushalt.

Was muss in Jesberg anders werden?

Bauer: Man sollte offen mit den Dingen umgehen. Jesberg muss für Familien attraktiv werden und für ältere Menschen bleiben. Dringend ist die Bekämpfung des Leerstandes, im Tourismus sehe ich Potenzial.

Leerstand: Es sind nicht nur private Häuser, die leer stehen, sondern auch gewerbliche Immobilien. Was ist mit denen?

Bauer: Zuerst müssen wir die Voraussetzungen schaffen, die man für ein attraktives Gewerbeumfeld braucht. Es ist ein echtes Unding, dass wir keine schnelle Internetversorgung haben. Es reicht nicht, ein Industriegebiet auszuweisen und zu warten, dass Unternehmen kommen. Man muss sich dahinter klemmen.

Was soll und kann sich Jesberg künftig leisten?

Bauer: Vieles. Vor allem aber das Schwimmbad und den Campingplatz, beides steht außer Frage. Das sollen und wollen wir uns leisten. Und das geht auch: Wir können das Bad noch stärker bewerben. Ich kann mir auch vorstellen, kostengünstig den ehemaligen Waldlehrpfad zu einem weiteren touristischen Ziel, einem Klimaschutzpfad, zu entwickeln.

Sie treten in Jesberg zwar als unabhängiger Kandidat an, aber Sie sind ja als Mitglied im Borkener Stadtverband der CDU auch dort im Parlament.

Bauer:Gute Ideen müssen politisch immer getragen werden, das ist keine Frage. Aber ich bin kein Mitglied des CDU-Gemeindeverbandes in Jesberg. Die Bürgermeisterwahl ist eine Personenwahl, das Amt selber will ich ohne Parteipräferenzen für alle Bürger ausüben.

Warum sollen die Jesberger bei der Wahl auf Sie setzen?

Bauer: Weil ich Lebens- und Verwaltungserfahrung habe. Weil ich als Außenstehender einen ganz neuen Blick auf die Gegebenheiten habe. Und weil ich die völlige Freiheit habe, die Dinge nach bestem Wissen völlig sachlich zu entscheiden. Ich bin niemandem verpflichtet und bewege mich auf neutralem Boden – das ist ein richtig guter Ausgangspunkt.

Quelle: HNA

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