Bauern leiden unter dem nassen Sommer

Wolfhager Land. Die Landwirte im Altkreis Wolfhagen leiden unter dem nassen Sommer. Das Wetter ist zu schlecht, um Heu zu machen und Getreide zu ernten.

„Bei manchen Bauern liegen die Nerven blank“, sagt Johannes Gerhold vom Bauernverband. Für den Mais sei 2012 dagegen „ein gutes Jahr“.

Betroffen seien vor allem Schäfer, Mutterkuh- und Pferdehalter, die viel Heu füttern. „Das zweite Gras wächst schon unter dem ersten nach, und unten wird alles gelb und modrig“, sagt ein Wolfhager Landwirt. Würde man das Gras jetzt einfach mähen und das Wetter bleibe schlecht, dann fange es an zu faulen. Glück hätten die gehabt, die an Pfingsten ihr Heu trocken hereinholen konnten, so der Landwirt.

Beim Getreide sieht es nicht besser aus. Die Wintergerste, die normalerweise um den 20. Juli gedroschen wird, und Teile des Winterweizens seien im Winter „total erfroren“, berichtet Gerhold. Der Altkreis Wolfhagen sei dabei das Epizentrum gewesen. Die Bauern hätten dafür Sommerweizen und -gerste nachgesät. „Dem Getreide hat der Regen der vergangenen Wochen fürs Wachstum gut getan.“ Jetzt müsse es aber geerntet werden, sonst würden sich Pilzsporen vermehren. Beim Weizen komme noch der Stärkeabbau dazu. Wenn hier ein bestimmter Wert erreicht werde, taugten die Körner nur noch als Futterweizen. „Beim Roggen ist es noch schlimmer.“

„Die Landwire stehen in den Startlöchern. Die Maschinen sind bereit“, erklärt Gerhold. Man hoffe jetzt auf einige zusammenhängende trockene Tage.

„Wir haben immer häufiger trockene Frühjahre, feuchte Sommer und extreme Witterungsabläufe“, beobachtet Johannes Gerhold. Die Zeitfenster, um bestimmte Früchte zu ernten, würden immer enger. Früher sei zumindest der Juli ein sicherer Erntemonat gewesen. (jpa)

Quelle: HNA

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