Bauernhof kümmert sich um gefährdete Nutztierrassen

Fressen aus der Hand: Die Ziegen Nora und Zora, die auf dem Hof von Helmut und Ursula Riemenschneider in einem Stall mit Schwarzwälder Kaltblutpferden leben. Fotos: Grugel

Dagobertshausen. Ursula und Helmut Riemenschneider aus Dagobertshausen halten auf ihrem Hof seltene Nutztierrassen. Dafür erhalten sie von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen die Anerkennung als Arche-Hof.

Darauf hat Helmut Riemenschneider mehr als zwei Jahre hingearbeitet. Ausgesprochen seltene Tiere mussten beschafft werden. Stolz ist der 57-Jährige etwa auf seine Rinder Frieda und Emma, Original Braunvieh – denn deren genetische Ausstattung soll es bundesweit nur noch an die 300-mal geben.

Die Riemenschneiders haben viele solche Exoten. Sie kommen alle an, wenn Ursula Riemenschneider den Futtertrog schwenkt. Die Kaninchen Hanni und Nanni (Meißner Widder), die Schwarzwälder Kaltblutpferde Lea und Merlin und die Harzziegen Nora und Zora. Aus dem Staunen kommt der Besucher nicht mehr heraus, wenn Helmut Riemenschneider Tonbecken mit Warmwasser aufstellt und seine Leinegänse herbeilaufen und ihre Köpfchen immer wieder ins Wasser tauchen.

Der 25 Hektar große Landbetrieb der Riemenschneiders ist allerdings weit mehr als ein Streichelzoo. Das merken Besucher sofort, die Helmut Riemenschneider reden hören. Die niedlichen Leinegänse sind in den Augen des Sport- und Biologielehrers eben auch Tiere, mit denen man einst kilometerweit zum Markt zog, um sie zu verkaufen.

Fleischproduktion

Wirtschaftliches Denken ist denn auch den Riemenschneiders nicht fremd. Die Rinder etwa sollen sich vermehren, eine kleine Herde werden und dann der Fleischproduktion dienen. Und Ursula Riemenschneider, gelernte Bankerin, hat dank des Hofbetriebs inzwischen dort eine Teilzeitstelle.

Riemenschneiders haben sich hohe Ziele gesteckt. Ihnen geht es auch ums Werben für den Erhalt der heimischen Natur. So wollen sie ihre Wirtschaftsweise beispielsweise bei erlebnis- und umweltpädagogischen Aktionen vorstellen. Riemenschneider hat dabei jede Menge zu bieten: In einer Scheune seines elterlichen Hofes hat er historisches Gerät gesammelt, mit dem man Ausstellungen bestücken und traditionelles Handwerk wie das Verarbeiten von Schafwolle veranschaulichen kann.

Quelle: HNA

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