Bauernverband lud Landwirte zum Fahrsicherheitstraining ein

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Eindrucksvolle Perspektive: So sieht ein Kind im Straßenverkehr den Schlepper. Die frisch gebackenen Landwirte gingen in die Hocke und sahen den Schlepper mit 30 km/h an sich vorbei rasen. Bei nur 10 km/h weniger war der Lärm erheblich geringer. Im selben Gang und einer niedrigeren Drehzahl, klärte Stefan Waßmuth auf, sei auch der Treibstoffverbrauch geringer.

Homberg. Nur wenige Meter sind nötig, um einen modernen Schlepper mit einem gebremsten Anhänger zum Stehen zu bringen. Das erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr für alles, was vor dem Schlepper passiert, zum Beispiel eine kurzfristig umspringende Ampel.

Aber diese zuverlässige Bremsaktion bedeutet auch ein großes Risiko für alle, die hinter diesen Geschossen fahren und zu wenig Abstand halten. Das war es, was 40 junge Landwirte und Landwirtinnen in dieser Woche an zwei Tagen auf dem Übungsgelände der Biogasanlage in Homberg praktisch erfuhren.

Die frischgebackenen Landwirte hatten vom Bauernverband ein Fahrsicherheitstraining geschenkt bekommen. Maschinenring, Bauernverband und Sozialversicherung hatten sich zusammengeschlossen, um den jungen Menschen zu zeigen, was ihnen noch an Erfahrung fehlt. Das Raiffeisen-Technik-Center Homberg und die Firma Landmaschinen-Auel stellten Maschinen zur Verfügung.

Gerade die jungen Fahrer im Alter zwischen 16 und 23 Jahren seien am häufigsten in Unfälle verwickelt, erklärte der Referent der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, Volker Dippel.

"Mit den landwirtschaftlichen Zügen sind wir nicht so beweglich, fahren aber von der Masse gesehen wie ein Lkw", brachte es der Fahrlehrer Boy Paysen auf den Punkt. Je früher also Gefahrensituationen erkannt würden, desto eher könnten sie vermieden werden. Mit dieser Intention ließ er 18 junge Männer am Mittwoch eine genaue Vollbremsung hinlegen.

Interessant dabei war, dass die Schlepper mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h nach maximal fünf Metern zum Stehen kamen. Dabei spielte es kaum eine Rolle, ob hinten ein 16 Tonnen schwerer Strohwagen oder ein 26 Tonnen schweres Güllefass hing.

Erst nach einigen Versuchen gelang es den Fahrern, aus einer normalen Geschwindigkeit genau 1,5 Meter vor einer gedachten Ampel zu stehen. Meistens standen sie schon weit vorher und hätten so im Ernstfall dem nachfolgenden Verkehr wenig Bremsstrecke gelassen. Sebastian Heise gelang es als erstem, genau den geforderten Abstand auch einzuhalten. (zeb)

Quelle: HNA

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