Jede Menge freie Grundstücke - Anlieger warten seit zehn Jahren auf Endausbau

Baugebiet ist ein Flop

Rumpelpiste: Seit mehr als zehn Jahren warten die Bauherren im Gebiet Vor dem Hunge in Oelshausen auf einen Straßenausbau. Sie können ihre Außenanlagen bisher nicht fertig stellen. Fotos:  Ricken

Oelshausen. Mehr als zehn Jahre warten die Bewohner des Baugebietes „Vor dem Hunge“ in Oelshausen schon auf den Ausbau ihrer feldwegähnlichen Zufahrtsstraßen, obwohl sie die Gebühren dafür längst bezahlt haben. Nun sollen die Arbeiten endlich beginnen. Nach einer Zerreißprobe in der Stadtverordnetensitzung am Montagabend in Zierenberg steht jetzt fest: Im kommenden Jahr wird ausgebaut.

Die Oelshäuser Bürger kamen zur Sitzung, um ihren Ärger kundzutun. Das Baugebiet war vor rund 15 Jahren ausgewiesen worden und erwies sich in der Folge als Flop. Nur die Hälfte der Bauplätze wurde über die Hessische Landgesellschaft (HLG) verkauft.

Dass daran nicht nur der demografische Wandel, sondern auch die schlechten Vermarktungsstrategien der HLG schuld seien, wurde in der Sitzung thematisiert. Am Rande der Sitzung gab es auch Vorwürfe an die Adresse des ehemaligen Bürgermeisters, der die Ausweisung der Baugebiete in Zierenberg „durchgedrückt haben soll.“ Getäuscht fühlen sich die Mitglieder der UFW außerdem, weil sie im Jahr 2008 einer Vertragsverlängerung mit der HLG zustimmten, weil der ehemalige Amtsinhaber ihnen erklärt habe, dass in den Zahlungen an die HLG von 200 000 Euro zum größten Teil Tilgung enthalten sei. „Heute wissen wir, dass es sich nur um Zinsen und Gebühren handelt, die wir jedes Jahr an die HLG überweisen“, so UFW-Fraktionsvorsitzende Dr. Bärbel Mlasowsky. UFW und FDP wollten zunächst die Entscheidung über den Ausbau, der rund 300 000 Euro kosten soll, vertagen, bis geklärt ist, wie das Projekt finanziert werden kann. In einer Sitzungsunterbrechung einigten sich alle Fraktionsvorsitzenden schließlich auf die Grundsatzentscheidung pro Ausbau. Ob die Finanzierung über die HLG oder den städtischen Etat abgewickelt wird, muss noch entschieden werden.

Rückkauf der Bauplätze

Außerdem wird geprüft, wie die Stadt von den hohen laufenden Kosten herunterkommt, die jährlich an die HLG zu zahlen sind. Verschiedene Möglichkeiten werden diskutiert, unter anderem auch ein Rückkauf der freien Grundstücke.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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