Unbebautes Land

Bauland in Ippinghausen soll wieder Acker werden

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Könnte wieder zu Ackerland werden: Das Bauland zwischen den Straßen „Vor dem Busche“ und „Asternweg“ in Ippinghausen. Wolfhagens Stadtverordnete werden kommenden Donnerstag über einen entsprechenden Vorschlag der Verwaltung entscheiden.

Ippinghausen - In Ippinghausen gibt es eine 6500 Quadratmeter große Fläche in Privatbesitz, auf der nicht gebaut wird. Deshalb will die Stadt das Bauland zu Grünland herabstufen.

Das Bedürfnis, sich den Wohntraum in einer eigenen Immobilie zu erfüllen, ist unverändert groß. Doch die Flächen, die Kommunen für den Bau von Eigenheimen bereitstellen, sind schnell vergriffen. Zumindest ist das in den meisten Fällen so. Aber es gibt auch Ausnahmen. Beispielsweise in Ippinghausen.

Dort gibt es eine 6500 Quadratmeter große Fläche, für die seit den 1990er-Jahren ein Bebauungsplan vorliegt. Allerdings wird dort nicht gebaut. Und so könnte es nun passieren, dass das Areal an den Straßen „Vor dem Busche“ und „Asternweg“ wieder herabgestuft wird von Bauland zu Grünland und damit wieder landwirtschaftlich genutzt werden kann. Verbunden mit der Herabstufung wäre auch ein Wertverlust für den Eigentümer.

Die Erschließung des Geländes ist schwierig

Das Land selbst befindet sich in Privateigentum. Weder wolle der Eigentümer die Fläche an die Stadt verkaufen, damit diese sie erschließt. Noch strenge er selbst Bemühungen an, die zu einer Bebauung der insgesamt acht Grundstücke führten, sagt Ingo Ziesing von der Stadt Wolfhagen. Der Mitarbeiter des Bauamtes räumt jedoch auch ein, dass sich eine Erschließung des Geländes als sehr schwierig und kostspielig herausgestellt habe.

Die Stadtverordneten werden in der Sitzung am kommenden Donnerstag darüber entscheiden, ob sie dem Vorschlag der Verwaltung folgen und die Fläche aus dem Bebauungsplan herausnehmen werden. Bauwünsche wurden in den vergangenen vier Jahren in Ippinghausen an anderer Stelle erfüllt. An der Blumenstraße entstanden zuletzt mehrere neue Eigenheime.

Die Stadt Wolfhagen verfolgt mit der Teilaufhebung der Flächen noch ein weiteres Ziel. Da die Stadt bei der Ausweisung von weiteren Wohngebieten nach dem Regionalplan ihre Reserven bereits ausgeschöpft hat, könnten mit der Umwandlung der Ippinghäuser Flächen in Grünland an anderer Stelle wieder Kapazitäten entstehen. Wie Ingo Ziesing sagt, gebe es in einem anderen Stadtteil eine weitere Fläche, für die zwar ein B-Plan existiert, wo aber nicht gebaut wird. Sie könnte dasselbe Schicksal ereilen.

Eigentümer können nicht zur Bebauung gezwungen werden

Grundsätzlich wird sich der Kampf um Flächen in den kommenden Jahren verschärfen. Die Kommunen sind angehalten, bei der Schaffung von Wohnraum Baulücken zu schließen und den Flächenverbrauch in der Peripherie so gering wie möglich zu halten.

Eine Abfrage der HNA in den Rathäusern der sechs Altkreiskommunen hatte im April vor drei Jahren ergeben, dass es in den Orten um die 400 Baulücken gibt, die sich in privater Hand befinden, für die Baurecht vorliegt, die aber dennoch nicht bebaut werden. Doch die Kommunen können die Eigentümer nicht zur Bebauung ihres Landes zwingen.

Allerdings steht es ihnen frei, Flächen wieder aus einem Bebauungsplan wieder herauszunehmen. Vor einigen Jahren geschah dies in Wolfhagen auch für das Gebiet zwischen Südstraße und der Straße „Am Tränkeweg“. Davon profitieren heute all jene, die an der Herderstraße gebaut haben oder sich dort demnächst ein Eigenheim errichten werden.

In den neuen B-Plänen wissen die Städte und Gemeinden das Blockadeverhalten von Baulandbesitzern zu umgehen. Längst ist es üblich, die Eigentümer zum Bau einer Immobilie innerhalb einer bestimmten Frist – meist sind es zwei Jahre – zu verpflichten.

Quelle: HNA

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