Baumeister ehrenhalber

Marcus Büxe hat das Funktionsgebäude des KSV kostenlos geplant

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Sein Herz schlägt für den KSV: Marcus Büxe aus Kleinenglis ist ein Fan durch und durch.  

Kleinenglis. Marcus Büxe ist mit Sicherheit nicht der einzige Fan des KSV Hessen Kassel, der mit der Leidenschaft für den Verein in den Goldenen Zeiten der 2. Bundesliga infiziert wurde.

Aber er ist der einzige, der für seinen Verein die Planung und Bauleitung des neuen Klubhauses übernommen hat – und das ehrenamtlich.

An Büxes Kühlschrank im Borkener Stadtteil Kleinenglis prangt ein KSV-Aufkleber, im Regal stehen KSV-Tassen und natürlich hat er auch eine KSV-Fahne. Der 41-Jährige nimmt auch schon mal die ganze Familie mit ins Auestadion: Christian (1), Emilia (3), Kenneth (12) und Ehefrau Claudia jubeln dann mit.

Büxe war schon dabei, als der KSV um den Aufstieg in die 1. Bundesliga kämpfte. Das bittere Unentschieden gegen Hannover 96 nach anfänglicher Führung und die Niederlage in Nürnberg – die Büxe am Radio verfolgte: „Das weiß ich noch wie heute.“

Damals fieberte die ganze Region mit, erinnert er sich. In der Grundschule Kleinenglis war der KSV Thema, viele Stadionbesucher kamen aus dem Landkreis. Zwischenzeitlich war der Kontakt zum Verein nicht mehr so eng, doch Büxe blieb Fan: „Das Herz“, sagt er, „hing immer in Kassel.“

Wie sehr das Herz am KSV hängt, bewies er, als 2010 im Internet-Fanforum nach Helfern für den Neubau des Vereinsheims gesucht wurde. Büxe, der Bau-Ingenieur ist, bot an, die Planung und Bauleitung zu übernehmen.

Das hat dem Verein laut der eigenen Zeitschrift 65 000 Euro gespart. Doch bevor es ans Werk ging, fuhr Marcus Büxe gemeinsam mit dem damaligen Trainer Mirko Dickhaut zum VfL Bochum, um sich das dortige Gebäude anzusehen. Büxe begann mit der Planung des Hauses, das offiziell Funktionsgebäude heißt. Es sollte für die kickenden Kinder im Verein genauso gut sein wie für die 1. Mannschaft. „Es ist aber auch zweitliga- und erstligareif“, sagt Büxe.

Die Heimat der Löwen: Marcus Büxe hat die Pläne für das Vereinsheim des KSV entworfen. Foto: Reichert/nh

Das Haus, auf das er stolz blickt, wenn er zum Stadion fährt, hat ihn viel Arbeit gekostet. Vieles, so sagt er, blieb an ihm hängen. Jetzt sei er froh, dass es vorbei sei. Im November wurde das Haus den Fans präsentiert. Geld hat Büxe für seine Arbeit nicht bekommen. Eine KSV-Dauerkarte auf Lebenszeit oder irgend etwas ähnliches? Bisher nicht, sagt er.

Langweilig wird dem Familienvater auch ohne das Vereinshaus nicht. Ein VW-Käfer und ein Opel C-Kadett stehen bei ihm zuhause und wollen aufgearbeitet werden. Außerdem hofft Büxe, dass er eines Tages dem KSV Hessen Kassel in der Bundesliga zujubeln kann. Die Spieler werden in dem Haus duschen, das sein Werk ist.

Quelle: HNA

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