Die Kommunen im Überblick

Trotz großer Nachfrage: Bauplätze im Wolfhager Land sind Mangelware 

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Die Plätze im neuen Baugebiet der Gemeinde Habichtswald in Ehlen waren schnell vergriffen. Die wenigen freien Flächen befinden sich in privater Hand. Im Hintergrund ist Burghasungen zu sehen. 

Wolfhagen. Niedrige Zinsen und eine hohe Beschäftigungsquote im Wolfhager Land sorgen für eine hohe Zahl an Hausbauern. Vielerorts gibt es deswegen aber kaum noch Bauplätze. 

Der Landkreis Kassel erteilte im vergangenen Jahr 198 Baugenehmigungen für den Altkreis. Gegenüber dem Jahr 2012 ist das eine Steigerung um 19 Prozent. Die Statistiken der Kommunen legen nahe, dass es noch mehr Bauwillige geben könnte. Denn die Nachfrage nach Bauplätzen ist enorm hoch

Besonders stark ist das Interesse in Wolfhagen, Zierenberg, Habichtswald und Bad Emstal. Die gute Infrastruktur und die Nähe zu Kassel spielen hier eine Rolle. Limitierender Faktor allerdings ist die Zahl der Bauplätze. Die nämlich sind Mangelware. In Wolfhagen, Zierenberg und Habichtswald gibt es aktuell von kommunaler Seite gar keine Bauplätze mehr, in Bad Emstal ist einer Grundstück frei und die Stadt Naumburg kann vier Bauplätze anbieten. 

33 Bauplätze in Breuna 

Wer sich seinen Traum vom Wohnen im eigenen Haus erfüllen möchte, hat derzeit in Breuna die besten Aussichten. Dort kann die Gemeinde 33 freie Plätze anbieten. Die seit über einem Jahrzehnt niedrigen Zinsen befeuern den Bauboom. Die Eins vor dem Komma ist meist üblich. 

Bei der Raiffeisenbank HessenNord hat sich das Wohnungsbaukreditvolumen von 184 Mio. Euro im Jahr 2008 auf 296 Mio. Euro im vergangenen Jahr erhöht. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von etwa 4,8 Prozent, sagt Vorstandsvorsitzender Martin Thöne. 

Aus seiner Sicht hat die Investition in eine Immobilie weitere Vorteile. So biete die Anlage in Sachwerte einen guten Inflationsschutz und auch die Aussicht, als Rentner mietfrei im eigenen Haus zu wohnen, sorge für Sicherheit. Andere Gründe, die zu einem höheren Kreditvolumen im Bereich des Wohnungsbaus führen, sind aber auch höhere Kosten. „Bauen ist teurer geworden“, sagt Thöne. Dafür sorgten hohe energetische Auflagen und auch eine gestiegene Grunderwerbssteuer.

Nachfrage nach Bauland bleibt groß

Das Angebot an Baugrundstücken stellt sich für die Kommunen im Landkreis Kassel recht unterschiedlich dar. Während die Städte und Gemeinden im Wolfhager Land mit Ausnahme von Breuna Bauwilligen derzeit eher wenig anbieten können, könnte sich für Interessierte der Blick in den nordöstlichen Kreis lohnen.

Städte wie Hofgeismar (28 kommunale, 92 private Plätze), Trendelburg (30 kommunale, bis zu 20 private) und Immenhausen (neun kommunale) haben noch Flächen, auf denen Eigenheime errichtet werden können. Grundsätzlich gilt, dass der Kaufpreis sinkt, je ländlicher eine Kommune liegt. Nachstehend ein Überblick über die Situation im Wolfhager Land

Bad Emstal

In Bad Emstal kann die Kommune derzeit einen Bauplatz anbieten. Darüber hinaus gibt es weitere private Baulücken, die theoretisch bebaut werden könnten. Bei ihnen allerdings ist nicht bekannt, ob sie um Verkauf stehen. In Bad Emstal ist die Nachfrage sehr groß. Die Gemeinde plant derzeit die Ausweisung eines neuen Baugebietes im Ortsteil Sand mit 30 bis 40 Bauplätzen. In Balhorn konnte in den vergangenen Jahren kein Baugebiet ausgewiesen werden, weil sich der Ortsteil im Programm der Dorferneuerung befindet.

Breuna

Die Gemeinde kann in allen Ortsteilen zusammen 33 Bauplätze anbieten, lediglich in Rhöda ist nichts vorrätig. In Wettesingen ist die Erweiterung des Gebietes „Am Steinbruch“ um neun Plätze vorgesehen. Aufgrund der Teilnahme am Dorferneuerungsprogramm bis zum Jahr 2024 können vorerst keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden. Anfragen und Reservierungen erfolgen in unregelmäßigen Abständen, die Nachfrage ist moderat.

Habichtswald

Die Gemeinde hatte zuletzt innerhalb kurzer Zeit zunächst in Dörnberg und dann in Ehlen zwei Baugebiete ausgewiesen. Alle kommunalen Plätze waren sehr schnell vergeben. In beiden Baugebieten gibt es noch etwa zehn private unbebaute Flächen, inwieweit diese allerdings schon verkauft oder versprochen sind, ist der Gemeinde nicht bekannt. Aufgrund der großen Nähe zu Kassel und der guten Infrastruktur ist die Nachfrage in Habichtswald groß. Die Verwaltung erarbeitet derzeit Vorschläge für Bauplätze in Dörnberg.

Naumburg

Die Stadt verfügt über drei Bauplätze in der Kernstadt und einen weiteren in Elbenberg. Darüber hinaus werden in Naumburg und den Ortsteilen 14 private Bauplätze zum Verkauf angeboten (Naumburg 3, Altenstädt 8, Elbenberg 2, Altendorf 1). Daneben gibt es mit Ausnahme von Altendorf weitere private Bauplätze, von denen allerdings nicht bekannt ist, ob die Eigentümer Verkaufsabsichten verfolgen. 

Groß ist die Nachfrage in der Kernstadt sowie in Altenstädt und Elbenberg. Die Politik will in diesem Jahr dort die Weichen für neue Bauplätze stellen. Die Nachfrage für Altendorf und Heimarshausen ist eher verhalten.

Wolfhagen

Die Stadt Wolfhagen hat aktuell keine Bauplätze mehr im Angebot. Allerdings gibt es mehr als 100, teilweise erschlossene Flächen, die sich in privater Hand befinden und theoretisch bebaubar wären. Die Stadt führt derzeit in alle Ortsteilen Gespräche mit den Bürgern, weil der Flächennutzungsplan erneuert werden soll. Dabei geht es auch um die Frage, ob Eigentümer bereit sind, Grundstücke für den Bau von Häusern zur Verfügung zu stellen. 

Die Nachfrage in Wolfhagen ist anhaltend groß. Noch in diesem Jahr soll in Wolfhagen an er Herderstraße ein Baugebiet mit 25 Bauplätzen vorbereitet werden. Ferner soll es weitere Plätze auf einer sich anschließenden Fläche geben, die bis zur Kurfürstenstraße reicht.

Zierenberg

Auch in Zierenberg ist das Angebot an Bauplätzen erschöpft. Nur wenige Bauplätze werden von privater Seite angeboten, diese befinden sich in Baulücken. Auch in Zierenberg ist die Nachfrage groß, aktuell gibt es 45 Interessenten, die es vor allem in die Kernstadt zieht. Dort ist ein Baugebiet mit 25 Plätzen in Vorbereitung. Es gibt Überlegungen zu einem weiteren Baugebiet mit 15 Plätzen in Burghasungen.

Tilgung soll höher sein als der Zinssatz

Wer ein Haus kauft oder baut, sollte einen Tilgungssatz wählen, der über dem Zinssatz liegt, damit er sein Haus abbezahlt hat, bevor er in Rente geht. Bei einem Zins von zwei Prozent sieht es konkret so aus (in Klammern monatliche Gesamtbelastung bei einem 300 000 Euro Kredit): Wer ein Prozent (750 Euro) tilgt, ist in 56 Jahren schuldenfrei, wer zwei Prozent (1000 Euro) tilgt in 36 Jahren und wer drei Prozent (1250 Euro) tilgt, schafft es in 26 Jahren.   

Quelle: HNA

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