Türkisch-islamischer Kulturverein feierte das Ende des Fastenmonats Ramadan

Baustellen, Kritik und Gebete

Der türkisch-islamische Verein und seine Gäste: Vor dem Festmahl hörten die Teilnehmer dem Imam Mehmet Cemal Pekacar zu, Foto:  Hintzmann

Borken. Harsche Worte gegen Thilo Sarrazin: Mit seinen absurden Thesen habe er die Stimmung in Deutschland verschärft, sagte Recep Akdag, Vorsitzender des türkisch-islamischen Kulturvereins in Borken, der das Ende des Fastenmonats Ramadan feierte.

Es sei eine Schande, sagte Akdag, vier Millionen Menschen über einen Kamm zu scheren, um sein Buch besser verkaufen zu können. „Es gibt noch viele Baustellen, die wir gemeinsam angehen müssen“, fügte er hinzu. Der Borkener Bürgermeister Bernd Heßler nannte die Integration in der Stadt beispielhaft.

Vereinsmitglieder feierten mit ihren Familien und mit christlichen Gästen, darunter auch Kommunalpolitiker, den Ausklang des Fastenmonats. Dies sei der Monat der Liebe, des Friedens, der Solidarität, Brüderlichkeit und Versöhnung, betonte Recep Akdag. Vorurteile müssten abgebaut und Unterschiede wahrgenommen werden, um Gemeinsamkeiten zu erkennen. Das sei nicht überall in Deutschland so, sagte er.

Als Vorbeter gastierte Imam Mehmet Cemal Pekacar (41), der für vier Jahre aus der Türkei nach Deutschland gekommen ist. Er machte deutlich, wie schwierig es sei, Deutsch zu lernen. Durch das Programm führte Merve Akdag. Ihr Haar hatte sie, wie andere Frauen der türkisch-islamischen Gemeinde, mit einem Kopftuch bedeckt. Merve Akdag besucht zurzeit das Gymnasium in Fritzlar.

Silvia Scheffer, Ethnologin aus dem Kirchenkreis Ziegenhain, rezitierte das Gedicht „Talismane“ von Goethe, in dem er die ganze Welt als die Welt Gottes preist. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Edgar Franke sprach sich für gegenseitiges Miteinander in Toleranz und Respekt aus. (zgh)

Quelle: HNA

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