Alfons Wienen zu Gast

Grillen auf Schloss Garvensburg: Barbecue-Weltmeister gibt Tipps

Züschen. Wer lecker grillen möchte, benötigt dazu keine superteure Ausrüstung, sagt Alfons Wienen. Wichtiger ist genug Zeit. Hier die Tipps vom Grill-Weltmeister.

Es reicht bereits ein einfacher Kugelgrill für den Hausgebrauch, mit dem Garen und Räuchern gut möglich sind.

Barbecue-Weltmeister und Smokerprofi Alfons Wienen beruhigte in dieser Hinsicht die Teilnehmer seines Workshops auf Schloss Garvensburg in Fritzlar-Züschen. Viel wichtiger sei es, dass man auf hochwertige Produkte Wert legt. Auch sollte man ökologisch denken und keine Urwaldholzkohle kaufen.

Wienen, ein echter Philosoph unter den Grillern, betonte: „Ein BBQ muss man genießen und dazu vor allem Zeit mitbringen.“ Es solle neben dem Verzehr auch der Geselligkeit und der Entspannung dienen. „Bloß keinen Streß am Smoker“, so lautet Wienens Credo.

Was ein Könner wie er jedoch an wahren Geschmacksexplosionen auf der Zunge erzeugen kann, das erlebten die Gäste in Züschen. Die Firma Kneier-Consult mit ihrem Chef Harald Kneier hatte den Weltmeister nach Nordhessen geholt. Sie ist beauftragt, die Marke Alfons Wienen zu entwickeln und ihn zu vermarkten. Erste TV-Auftritte sind geplant, dazu ein eigener Youtube-Kanal.

Smoker-Kreationen

Bei seiner ersten öffentlichen Vorstellung auf Schloss Garvensburg begeisterte er mit seinen Kreationen vor allem vom Smoker die Gäste.

Ein Experte erklärt, was er beim Grillen für wichtig hält: BBQ-Weltmeister Alfons Wienen verfügt über jede Menge Wissen, das er gerne mit den Workshop-Teilnehmern teilte.

Er zeigte, was man mit einem Smoker oder auch mit einem simplen Kugelgrill für leckere Sachen auf den Tisch zaubern kann.

Da standen unter anderem sogenannte Porkbellys, fünf Stunden gesmokte Schweinebauchstücke mit BBQ-Soße, auf dem Probierplan oder Spezialschnitte vom Iberico-Schwein und vom Rind, die lediglich mit fermentiertem Pfeffer und Salzflocken gewürzt wurden, um den Fleischgeschmack beizubehalten, dazu ein Knoblauch-Petersilienpesto.

Mit Gemüse

Aber auch Paprikaschoten, mit Fetakäse gefüllt, mit Bacon und Goudakäse umwickelt und auf Birnenholz gegart, waren ebenso dabei wie auf Buchenholz gesmokter Lachs mit Orangensalsa, Chili und Lauchzwiebeln. Der Klassiker vom Barbecue, die Spareribs mit Krautsalat nach amerikanischer Art, rundeten die kräftigen Speisen ab, ehe dann noch ein Apfelcrumble mit Vanilleeis und Sahne dem Ganzen die Geschmackskrone aufsetzte.

Lecker auf Birnenholz gegart: Paprika, gefüllt mit Käse und mit Bacon umwickelt, gab es als Vorspeise.

Neben Fleisch kann man auch ein veganes BBQ machen. Mit Obst und Gemüse lassen sich auf dem Smoker oder Kugelgrill die tollsten und leckersten Sachen kreieren, sagt Wienen. Alles sei natürlich auch eine Sache des Würzens mit Kräutern.

Die BBQ-Saucen

Wichtig für ein BBQ sind, so der Grillmeister, auch die Saucen, die man am besten selber herstellt. Das sei eigentlich keine große Sache. Auch dabei seien die Gewürze das A und O. Das Fleisch sollte, um den Fleischgeschmack beizubehalten, nur mit Pfeffer und Salz gewürzt werden, wie Alfons Wienen rät. Bei Spareribs empfiehlt er, sie vorher von beiden Seiten mit einer Gewürz-Trockenmischung zu bestreichen.

Holzkohle oder Holz

Holzkohle, Holz oder Holzkohlebriketts sind zum Beheizen geeignet. Das Smoken vom Fleisch sollte man gleich zu Beginn machen, da das Fleisch nur am Anfang den Rauchgeschmack aufnimmt. 

Die Holzarten können nach Geschmack gewählt werden. Dabei rät der Profi, für Rind und Schwein härtere Hölzer wie Buche zu nehmen, beim Geflügel sind Obsthölzer gut geeignet.

Der Weltmeister mit Pokal: Er holte die WM-Krone im Barbecue 2017 in Limerick/Irland. Eingeladen hatte ihn Harald Kneier (rechts), dessen Firma ihren Sitz in Schloss Garvensburg hat.

Mehr Fett

Viel Leute machen den Fehler und legen extrem mageres Fleisch auf, kritisiert Wienen. Da Fett ein Geschmacksträger sei, sollte das Fett beim Garen dranbleiben. „Man muss es ja nicht mitessen“, sagt er.

Bereits beim Kauf sollte man darauf achten, dass das Fleisch intramuskuläres Fett hat, das sich dann beim Garen verflüchtigt, aber eben dem Fleisch einen sehr guten Geschmack verleiht. Dickmacher sei nicht das Fleisch, sondern Beilagen wie Baguettes und Nudel- und Kartoffelsalate, sagt Wienen.

Fisch garen

Neben Fleisch sind auch jede Art von Fisch und andere Meerestiere geeignet zum Grillen.

Alfons Wienen empfiehlt, den Fisch schonend auf einer unbehandelten Naturplanke im Smoker oder Grill zu garen, bevorzugt werden sollten hier Buche oder Zeder.

Quelle: HNA

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