Antrag auf Erweiterung des Kleinkindbereichs im Spangenberger Liebenbach-Freibad abgelehnt

Turbulente Debatte um Kleinkindbereich im Spangenberger Freibad

Kleinkindbereich im Spangenberger Freibad

Spangenberg. Eine Erweiterung und Umgestaltung des Kleinkindbereichs im Spangenberger Liebenbach-Freibad wird es nicht geben.

Ein entsprechender Antrag der SPD-Fraktion wurde am Donnerstag von der Stadtverordnetenversammlung bei Stimmengleichheit abgelehnt. Voraus ging eine turbulente Debatte, in der sich Mitglieder der CDU-Fraktion über die Vorgehensweise der SPD aufregten.

Die Verknüpfung zwischen dem Umbau des Freizeitgeländes an der Jahnstraße und der Erneuerung des Kleinkindbereichs war es, die die CDU in Rage brachte. Zur Erinnerung: Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Vereinen, Politik, Verwaltung und Schule hatte in mehreren Sitzungen ein Konzept entwickelt, mithilfe von Förderprogrammen das Freizeitgelände in den nächsten Jahren zu modernisieren. Oberste Priorität hatte dabei die Sanierung des Kunstrasenplatzes.

Dass die SPD, allen voran Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Schenk, nun den Kleinkindbereich als erstes in Angriff nehmen wollte, nannte Tobias Wicke (CDU) undemokratisch. Die Sozialdemokraten missachteten die Leistung der Arbeitsgruppe, meinte Wicke und formulierte es drastisch: „Was Sie hier gemacht haben, ist, auf Deutsch gesagt, eine Sauerei“. Er beantragte, die SPD-Pläne an die Arbeitsgruppe zu verweisen. Auch sein Antrag wurde bei Stimmengleichheit abgelehnt. CDU-Stadtrat Ulrich Salzmann fragte, wie man Bürger künftig zur Mitarbeit motivieren wolle, wenn deren Arbeit - wie jetzt - missachtet werde.

Claudia Schenk, die auch dem Verein Pro Aqua angehört, hatte zu Beginn der Debatte vorgerechnet: Für die Sanierung des Rundbeckens im Kleinkindbereich müsse die Stadt 10 000 Euro aufwenden und bekäme keine Zuschüsse. Eine Sanierung und Umgestaltung würde 50 000 Euro kosten. Dafür gebe es aber 60 Prozent Fördergeld, der Stadt blieben also 20 000 Euro an Kosten, der Verein Pro Aqua wolle jedoch 5000 Euro dazu geben, blieben also noch 15 000 Euro für die Stadt. Dafür erhalte man aber einen großzügig gestalteten Kleinkindbereich.

Der Bauausschuss hatte den SPD-Antrag einstimmig befürwortet, der Haupt- und Finanzausschuss war mehrheitlich dafür.

Schenk versteht die Aufregung nicht. Ihr Vorschlag widerspreche dem Konzept der Arbeitsgruppe nicht, erklärte sie gegenüber der HNA. Das Kleinkindbecken müsse ohnehin saniert werden. Mit ihrem Vorschlag könne man für vergleichsweise wenig Geld die Attraktivität des Bades und somit den Freizeitwert erhöhen. Das Parlament sei sich schließlich darin einig, das Bad für die Spangenberger zu erhalten. Das Konzept der Arbeitsgruppe sei dagegen langfristig angelegt, die Sanierung des Kunstrasenplatzes und deren Finanzierung werde noch geprüft.

Im städtischen Haushaltsplan 2012 wird nun also nur die Sanierung des Rundbeckens mit 10 000 Euro eingeplant, bestätigt Spangenbergs Büroleiter Dieter Beckmann.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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