Vor 25 Jahren wurde der Forst- und Umweltdienst Schwalm-Eder gegründet

Es begann mit einer Idee

Er kümmert sich um defekte Elektrogeräte: René May ist Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik beim Umweltdienst in Borken. Fotos: Dellit

Schwalm-Eder. Es war einmal eine Idee, eine Vision, ein Engagement. Heute, 25 Jahre später, ist daraus ein Betrieb geworden, genauer gesagt: mehrere Betriebe, mit vielen Arbeitsplätzen und einem Millionenumsatz. Was wie ein Märchen klingen mag, ist die Geschichte des Forst- und Umweltdienstes Schwalm-Eder.

Als Verein wurde der Forst- und Umweltdienst 1988 ins Register eingetragen. Das Ziel: Benachteiligte Personengruppen in Arbeit bringen, und das mit Ökologie verbinden. So beschreibt es Michael Müller, der fast von Anfang an dabei war.

Am Anfang unbedarft

Müller, eigentlich Lehrer, und Manfred Möller-Sauter, gelernter Sozialpädagoge, sind die Geschäftsführer des Recycling- und Umweltdienstes (RU), gegründet als Tochterfirma des Vereins. „Wir schmunzeln manchmal selber, mit welcher Unbedarftheit wir daran gegangen sind“, sagt Möller-Sauter.

Längst haben sich die beiden tief in wirtschaftliche und bürokratische Fragen eingearbeitet. Vielleicht sogar zu tief, glaubt Möller-Sauter. Wenn man sich zu sehr mit der Wirtschaftlichkeit beschäftige, bestehe die Gefahr, dass man keine Wagnisse mehr eingehe. In den vergangenen 25 Jahren gab es davon jedenfalls genug. Das Aufgabenspektrum des RU ist breit geworden. Den Verein gibt es nicht mehr, er wurde in eine gemeinnnützige GmbH umgewandelt.

Der Dienst holt im Auftrag des Landkreises alte Waschmaschinen, Kühlschränke und ähnliches ab, am Standort Borken werden Elektrogeräte angenommen und teilweise verwertet beziehungsweise repariert.

Im Fairkaufhaus werden gebrauchte Waren günstig verkauft. Von dort würden auch Unterkünfte für Asylbewerber häufig ausgestattet, sagt Müller.

Am Standort Homberg betreibt der RU einen Holzhof, dort wird Holz in vielen Formen verkauft. Neu ist das Schwalm-Eder-Brikett, das aus Holzspänen gepresst wird, die im Sägewerk in Treysa anfallen.

Wärme für Schulen

Und in mehreren Schulen im Landkreis wird es nur deswegen warm, weil der RU sich darum kümmert und dort Pellet- oder Hackschnitzelheizungen betreibt. Einige arbeiten mit einem Containersystem. Die Container werden automatisch in die Heizung entleert, und bevor der Brennstoff alle ist, wird der Lieferant per SMS alarmiert.

Ein Großprojekt ist direkt neben dem Gebäude des RU in Borken entstanden: Die Firma Agatec arbeitet im Auftrag von Volkswagen und stellt unter anderem Auspufftöpfe her.

Agatec hat 20 feste Mitarbeiter und einen Umsatz von mehr als 1,5 Millionen, der RU 29 Stammkräfte, zehn bis zwölf Minijobber und einen Umsatz von mehr als zwei Millionen Euro. Es ist nicht alles gelungen in 25 Jahren RU – der Einstieg ins Textilrecycling scheiterte. Trotzdem hat die Geschichte des Umweltdienstes etwas von einem Märchen. Und Märchen enden bekanntlich meistens gut. Kontakt: Tel. 0 56 82/73 01 73 www.recycling-service.de

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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