Behindertenbeauftragter Wolfgang Hensel blickt zurück

Wolfhagens Behindertenbeauftragter: "Nicht alle Hürden verschwinden"

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Situation in Wolfhagen: Am Marktplatz gibt es noch Hürden für behinderte Menschen. An vielen Stellen wurde aber schon nachgebessert. Ein Geländer zum Café Wache hinauf fehlt aber noch.

Wolfhagen. Seit zehn Jahren ist der Isthaer Ortsvorsteher Wolfgang Hensel auch der Behindertenbeauftragte der Stadt Wolfhagen. Er blickt auf die zehnjährige Amtszeit zurück.

Zeit für ihn, auf diese ereignisreichen Jahren zurückzublicken und vor allem zu beleuchten, was sich baulich in der Fachwerkstadt zugunsten von behinderten Menschen verändert hat. Obwohl Wolfhagen aufgrund der topografischen Lage nicht die besten Voraussetzungen für komfortable und großräumige Verbesserungen hat, so ist doch einiges geschehen. In den vergangenen zehn Jahren wurden in den Ortsteilen um die 120 baulichen Veränderungen durchgeführt.

Hauptsächlich kommen diese Veränderungen älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen zu Gute. Finanziert wurden diese Maßnahmen durch die Stadt Wolfhagen, ausgeführt wurden sie von Mitarbeitern des Bauhofs.

Die Kosten allein für die Bordsteinabsenkungen beliefen sich in dem Zeitraum auf circa 80 000 Euro. Weitere Veränderungen schlagen ebenfalls mit 80 000 Euro zu Buche.

Wolfgang Hensel ist Behindertenbeauftragter der Stadt Wolfhagen.

 „Die neu geschaffene Begehbarkeit auf dem Marktplatz und im Bereich von Mittelstraße und Schützeberger Straße kosteten weitere 60 000 Euro. Das veranschaulicht sehr deutlich, dass mit der Verwaltung das Einvernehmen besteht, im möglichen Rahmen die Verkehrssituation zu verbessern“, bilanziert Wolfgang Hensel.

Die Beratungs- und Hilfsdienste in Wolfhagen sind gut ausgestattet. Die Barrierefreiheit wird von Jahr zu Jahr verbessert und ergänzt. Soziale Dienste, diverse Vereine sowie die Kirchen bieten in verhältnismäßig großem Umfang Veranstaltungen verschiedenster Art, wie Kaffeenachmittage, Workshops, Tanzkurse, Selbsthilfegruppen usw.

"Ein Problem sind behinderten- und altersgerechte Wohnungen. Hier gibt es, wie in vielen anderen Gemeinden auch, nur wenige Angebote", beklagt Hensel. Wohnraumangebote, wie das Betreute Wohnen des Seniorenzentrums Wolfhagen in der Karlstraße sind selten.

„Ein kleiner Wehrmutstropfen ist die teilweise fehlende Einbeziehung in zukünftige oder laufende Projekte auf den verschiedenen Ortsteilen. Eine Involvierung in die Maßnahmen durch die entsprechenden Ortsbeiräte wäre wünschenswert“. sagte Hensel.

Parkfläche unbeleuchtet

Auch wenn es in kleinen Schritten gut vorangeht, so gibt es nach wie vor auch Mängel. Nicht überall, wie gewünscht, wurden Gehwege abgesenkt. Auch der Eingang zum Märchenkeller am Rathaus in Wolfhagen ist nach wie vor für Rollstuhlfahrer ungeeignet. Hier müsste eine hohe Kante entfernt werden. Oder zum Beispiel auch die Beleuchtung an der Stadthalle in Wolfhagen. Bei Dunkelheit ist die Parkfläche unbeleuchtet. Das wenige vorhandene Licht leuchtete nur den Weg zur Stadthalle aus. Zwar sei dort eine Leuchte vorhanden, wie Hensel erklärte, aber die funktioniere seit Jahren nicht.

Die Friedhofszufahrt von der Karlstraße aus ist von älteren Menschen so gut wie nicht erreichbar. Seit dem Jahr 2013 liegen hier Planungsvarianten vor. Und auch in einigen Ortsteilen gibt es Bereiche, in denen Nachbesserungen wünschenswert wären. Sicher ist auf jeden Fall, dass Wolfgang Hensel diese Dinge im Auge behält und so schnell auch nicht locker lassen wird.

Als nächstes findet der Markt der Möglichkeiten im Dorfgemeinschaftshaus in Istha statt. Am 16. Juni in der Zeit von 14 bis 18 Uhr präsentieren die nordhessischen Behindertenbauftragten ein breites Spektrum an Informationen, Aktionen, Ausstellungen und Workshops für behinderte Menschen und alle Interessierten.

Quelle: HNA

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