Friedbert Zicklam zeigte wie das alte Handwerk funktioniert

Beim Museumsfest: Aus Weiden werden Körbe

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Korbmacher: Friedbert Zicklam zeigte beim Fest in der Kulturmühle Beiseförth, wie aus Weidenstöcken Körbe hergestellt werden. Der drei jährige Gustav Kaiser schaut sich das Handwerk begeistert an.  

Beiseförth. Eigentlich wollte der 83-jährige Friedbert Zicklam während des Museumsfestes nur sein Handwerk als Korbmacher zeigen und keine Festrede halten. Doch dann berichtet er, wie aus einer angedachten Stube ein Korbmachermuseum wurde.

Und wie nicht nur er in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Korbwaren dafür zusammen getragen hat.

Zicklam sprach über Weidenkulturen, die Weidenernte, das Wässern, Schälen und Trocknen der Weide bis hin zur Herstellung der Körbe. Die Museumsgäste lauschen ihm aufmerksam. Dann folgten sie ihm in die obere Etage des Museums, in dem aus Weiden Wäschetruhen, Korbsessel, Tassenkörbe, runde Kuchenhorte stehen sowie Handwerkzeug, darunter Scheren, Knip, Schäleisen und Stecheisen.

Am ehemaligen Arbeitsplatz zeigte der 83-Jährige, wie er früher Körbe geflochten hat. Auf einer niedrigen Bank saß der Korbmacher, zwischen den Beinen der angehende Korb. „Mit der linken Hand wird der Korb geformt und mit der rechten Hand wird geflochten“, erzählt der Beiseförther Kötzenflicker, der mit 13 Jahren das Handwerk erlernte. Doch in den vergangenen drei Jahren fiel ihm das Körbe flechten zunehmend schwerer. Die Kraft in den Händen lässt nach.

Die Führung des Handwerkers war Teil des Festes zum 20-jährigen Bestehen von Hessens einzigem Korbmachermuseums und zum zehnjährigen Bestehen der Kunst- und Kulturmühle. Über 100 Gäste besuchten im Laufe des Tages das Museum, das vom Heimat- und Kulturverein unter Leitung des Vorsitzenden Volker Komiske geführt wird.

Der Nachmittag stand im Zeichen der Kunst. Denn die Kunst- und Kulturmühle präsentierte einen Querschnitt aller Kurse. Zu sehen waren Radierungen, Holzschnitte, Serviettentechniken und Kalligrafien. Barbara Engel, die die Kunstmühle leitet, drückte den Gästen ein rosa Band in die Hand. Darauf standen alle Kursangebote der vergangenen Jahre. „Das ist das fortlaufende Band der Kunst- und Kulturmühle, auf dem es noch Platz gibt für viele Kurse.“

Eine gelungene Geburtstagfeier mit Weiden, Kunst und eine Gelegenheit für Dankesreden an ehrenamtlichen Helfern und Wegbegleiter des Museums und der Kunst- und Kulturmühle.

Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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