Rosenmontagsfest war entscheidend für die beiden: Martha und Georg Grebe aus Niedergrenzebach sind seit 60 Jahren verheiratet

Beim Theaterspielen sprang der Funke über

Haben sich immer verstanden: Martha und Georg Grebe aus Niedergrenzebach feiern heute ihre Diamantene Hochzeit. Foto: Decker

Niedergrenzebach. Heute feiern Martha und Georg Grebe ihre Diamantene Hochzeit. Beide stammen aus Niedergrenzebach, jedoch war Georg lange Zeit für Martha uninteressant, da er eineinhalb Jahre jünger ist als Martha.

Beim Rosenmontagsfest in Ziegenhain im Februar 1954 jedoch veränderte sich für beide ihre Sicht aufeinander.

„Ich spielte an dem Abend Theater. Als ich Georg in der Menschenmenge sah, wusste ich, er ist der Richtige“, erinnert sich Martha Grebe. „Der Funke war übergesprungen“, ergänzt ihr Mann. Martha arbeitete als Verkäuferin, Georg als Maurer. Immer wenn sie Zeit hatten, unternahm das junge Paar Motorradfahrten oder traf sich abends für einen gemeinsamen Kinobesuch.

Mit dem Tag ihrer Hochzeit zog die junge Frau zu ihrem Mann und den Schwiegereltern. 1958 kam ihr erster Sohn auf die Welt, 1960 der zweite Sohn und neun Jahre später erblickte die lang ersehnte Tochter das Licht der Welt. Anfangs ging die junge Familie gern auf Wanderschaft in die nähere Umgebung, als sie ihr erstes Auto kauften, lagen ihre Ziele weiter weg. Martha unterbrach ihre Berufstätigkeit und kümmerte sich einige Jahre um die kleine Landwirtschaft, die Pflege der Schwiegermutter und die Versorgung der Kinder. „Später habe ich wieder angefangen zu arbeiten, weil es mir gut getan hat und ich gern Verkäuferin war“, erzählt die 81-Jährige. Ihr Mann wechselte in die damals neue Freudenbergfabrik und arbeitete fast 30 Jahre dort.

1980 entdeckten beide ein neues Hobby. Sie kauften sich einen Wohnwagen, mit dem sie mehrmals sowohl an die Nord- und Ostsee fuhren als auch Richtung Süden in die Berge nach Österreich. Waren keine Reisen geplant, stand der Wagen auf dem Jesberger Campingplatz. 20 Jahre genossen die beiden ihr mobiles Haus, bis es ihnen aus gesundheitlichen Gründen zu mühsam wurde. An ihr festes Haus in Niedergrenzebach mauerte Georg einen Anbau, in den der älteste Sohn mit seiner Frau einzog. Da auch die zwei anderen Kinder ihren Wohnort in der näheren Region wählten, traf sich die Familie jahrelang reihum einmal in der Woche zum gemeinsamen Essen und Erzählen.

Warum ihre Ehe so lang halten konnte, erklärt Martha Grebe so: „Wir haben uns immer verstanden.“ Und sie ergänzt: „Wie im Flug sind die 60 Jahre vergangen.“ Da zwei ihrer Söhne heute unterwegs sind, feiern sie am Sonntag mit einem Gottesdienst ihre Diamantene Hochzeit. Danach geht die Großfamilie, zu der neben den drei Kindern auch sechs Enkel und zwei Urenkel zählen, festlich essen.

Quelle: HNA

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