Stoppt doch den Verkauf!

Ortsbeirat und Feuerwehr Lützelwig gegen Veräußerung des Gerätehauses

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Soll den Besitzer wechseln: Das Feuerwehrhaus in Lützelwig. Von links Alexander Seib, Alwin Köhler und Friedrich Löwer sprechen sich dagegen aus.

Lützelwig. Der Verkauf des Lützelwiger Feuerwehrhauses stößt bei den Dorfbewohnern auf Unverständnis. Sie fühlen sich von der Stadt übergangen, weil der Magistrat über ihren Kopf hinweg das 60er-Jahre-Gebäude zum Verkauf gegeben hat und ihre Einwände ignoriert.

„Das ist eine riesige Ungerechtigkeit“, sagt Alwin Köhler.

Ungerecht deshalb, weil der Ortsbeirat mehrfach den Magistrat gebeten hatte, von einem Verkauf abzusehen. Dafür hatten sie Protokolle eingereicht, aber nie eine Antwort darauf bekommen.

Als sie dann nun kürzlich davon hörten, dass der Magistrat den Verkauf des Gebäudes beschlossen habe und das Feuerwehrgebäude ausgeschrieben wurde, waren sie noch erboster. Auch weil das Feuerwehrgebäude in Waßmuthshausen, bei dem der Fall ähnlich sei, nicht verkauft werde. „Das ist die Krönung, bei uns wird es einfach bestimmt und in Waßmuthshausen nicht“, sagt Köhler.

Ortsvorsteher Alexander Seib ist unglücklich über die Behandlung durch die Stadt. „Wir haben der Stadt vermehrt mitgeteilt, dass wir das so nicht wollen“, sagte er. Der Verein habe das Haus über Jahre mit viel Eigenleistung in Stand gehalten und es gehöre zum Ortsbild dazu. Da dürfe man ja wohl ein Wörtchen mitreden, meinen seine Mitstreiter. Angeblich gebe es sogar schon einen Zuschlag, Verträge seien aber noch nicht geschlossen worden. „Wir wollten wenigsten beim Verkauf mitbestimmen“, sagen sie. Das Gebäude stehe im Einzugsbereich des Friedhofs, der Platz werde bei Beerdigungen zum Parken benutzt und als Wendehammer.

Das Gebäude am Ortsrand wurde 1961 gebaut. Damals gab es noch eine funktionierende Feuerwehr im Ort, heute hat der Verein noch 21 Mitglieder. Zu wenig, weshalb er seit 2006 daher nicht mehr aktiv ist und zum Brandabschnitt Sondheim/Wernswig gehört. Im Moment sind im Gebäude die Maschinen der ansässigen Jagdgenossen untergebracht. Friedrich Löwer berichtet, dass die Jagdgenossen den Platz kostenlos benutzen dürften, weil sie durch den Ausbau der Panzerstraße im Industriegebiet Verluste bei den Einnahmen der Jagdpacht hätten.

Der Mietvertrag könne vierteljährlich gekündigt werden, erzählt er. Im Juni muss er dann vielleicht die Garage räumen.

Das sagt der Bürgermeister

Das Feuerwehrhaus sei ausgeschrieben aber bisher noch nicht verkauft, sagte Bürgermeister Martin Wagner auf Anfrage der HNA. Der Magistrat habe diese Entscheidung getroffen, weil man seit mehreren Monaten für die Stadt entbehrliche Gebäude verkaufe, nicht nur, aber auch in Folge des Rettungsschirms. Das sei völlig legitim, weil die Stadt keinen Nutzen mehr habe. Er bestätigte, dass es keine schriftliche Antwort auf die Protokolle gab. Hingegen habe er persönlich mit dem Ortsvorsteher Alexander Seib gesprochen und ihn über den Beschluss zum Verkauf informiert. Auch das Feuerwehrhaus in Waßmuthshausen, das eigentlich eine Doppelgarage ist, soll demnächst veräußert werden. Auch das sei ein Beschluss des Magistrats.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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