Auffangstation für Greifvögel

Schwarzstorch Merlin schafft’s mit einem Bein

Beiseförth. Am Ortsrand von Beiseförth wohnen Falken und derzeit auch ein Schwarzstorch: Mitten in schönster Natur gründen Regina und Lutz Rochelmeyer derzeit eine Auffangstation für Greifvögel.

Auch wenn noch alles im Werden ist, haben die Rochelmeyers schon Patienten, wie Gamba, einen Turmfalken, der sich den rechten Flügel gebrochen hat. Doch seit einigen Tagen ist ein anderer ungewöhnlicher Gast der gefiederte Star beim Ehepaar: Ein Schwarzstorch.

„Wir haben den Schwarzstorch auf den Namen Merlin getauft“ erzählt Regina Rochelmeyer und erklärt, dass alle die den Storch sehen, so verzaubert von ihm sind. An den Fischteichen in Kehrenbach wurde das Jungtier, das nicht älter als drei Monate ist, verletzt aufgefunden. In einer Operation wurde dem Schwarzstorch das rechte, verletzte Bein amputiert und nun haben die Rochelmeyers das Waisenkind aufgenommen und in einer Außenvoliere untergebracht.

„Üblicherweise sind wir eine Auffangstation für Greifvögel, aber weil der Schwarzstorch auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht, haben wir uns entschlossen, den Storch aufzunehmen“ erzählt Lutz Rochelmeyer. Und das macht das Ehepaar mit viel Liebe und Hingabe. Regina Rochelmeyer steht um 4.30 Uhr auf, um den Storch vor der Arbeit noch zu füttern. „Zu Essen gibt es Fische oder Küken“ fügt der 50-Jährige an.

Dringend suchen die beiden einen orthopädischen Spezialisten der mit der Bestandsärztin Dr. Carmen Hufnagel eine Prothese für den Storch anfertigen kann. „Zur Nahrungsaufnahme ist es wichtig, dass der Storch beide Beine hat. Er frisst Fisch, den er bei sicherem Stand fangen muss“, sagt Regina Rochelmeyer.

• Kontakt: Regina und Lutz Rochelmeyer, Tel. 0 56 64/ 65 64, Mobil: 01 70/5 41 21 62

Über die Ausbildung zur Aufzucht von Greifvögeln und den Betrieb der Auffangstation lesen Sie mehr in der gedruckten Ausgabe der Melsunger Allgemeinen.

Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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