Lebenslänglicher hatte den JVA-Sicherheitsleiter heftig beleidigt und verleumdet

Beleidigung: Häftling muss Strafe zahlen

Marburg/Schwalmstadt. In eine Geldstrafe hat das Marburger Landgericht die Strafe eines lebenslang einsitzenden Gewalttäters umgewandelt. Der 50-Jährige, Insasse der JVA Schwalmstadt, wurde wegen Beleidigung und übler Nachrede verurteilt.

Der mehrfach vorbestrafte, gelernte Schlosser arbeitete in den JVA-Werksbetrieben. Nachdem dort ein Cuttermesser verschwunden war, hatte der Sicherheitsleiter der Anstalt im Mai vergangenen Jahres bei allen dort tätigen Häftlingen, so auch bei dem 50-jährigen, eine körperliche Untersuchung angeordnet.

Damit war der Angeklagte überhaupt nicht einverstanden und belegte den Sicherheitsleiter mit unflätigen Ausdrücken. Außerdem warf er ihm vor, als „größter Schlepper“ wiederholt unerlaubt Gegenstände in die JVA eingeschleust zu haben.

Vor Gericht sagte der 50-jährige, es habe nicht in seiner Absicht gelegen, den Sicherheitsleiter zu beleidigen. Derbe und unter die Gürtellinie gehende Ausdrücke seien in der JVA üblich und würden auch vom Personal nicht so ernst genommen, bestätigte der Sicherheitsleiter bei seiner Vernehmung.

Vor allem aber die Behauptung des Häftlings, der Sicherheitsleiter würde Schnaps und Handys in die JVA einschleusen, hatte den Beamten veranlasst, Anzeige gegen den Häftling zu erstatten.

Seine verbale Entgleisung als Reaktion auf die angeordnete körperliche Untersuchung begründete der JVA-Insasse damit, dass er seinerzeit in einer sehr schlechten psychischen Verfassung gewesen sei. Er habe kurz zuvor noch mit einer vorzeitigen Haftentlassung gerechnet, die dann aber auf Grund einer Entscheidung durch die Strafvollstreckungskammer doch nicht erfolgt sei. Deshalb habe er keine Aussicht auf Entlassung mehr gehabt und sehe mittlerweile einer weiteren langjährigen Strafvollstreckung entgegen.

Das Amtsgericht Schwalmstadt hatte den Mann ursprünglich zu einer zweimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Dagegen hatte er in Marburg Berufung eingelegt. Das Landgericht erkannte nun auf 60 Tagessätze, die Tagessatzhöhe legte das Gericht aufgrund seines geringen Einkommens auf einen Euro fest. (zaw)

Quelle: HNA

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