Leukämie

Benefizkonzert in Kassel für todkranke 19-Jährige

Wollen helfen: Dr. Ulf Gottschalk (links) und Dr. Martin Glück geben mit ihren Bands "Rockmachine" und "Twelve Bar Slater" ein Benefizkonzert in Kassel.

Fritzlar/Kassel. Was fehlt, um Selam Tesfay vor dem Tod zu retten, ist Geld. Die 19-Jährige ist an Leukämie erkrankt, ohne Chemotherapie hat sie nur noch wenige Wochen zu leben.

In ihrer Heimat Eritrea (Afrika) kann die Krankheit, die das Immunsystem schwächt und binnen kurzer Zeit zum Tode führt, nicht behandelt werden. Selams gleichnamige Schwester, die in Hess. Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) lebt, hat deshalb eine Spendenaktion gestartet und das mit großem Erfolg: Von den 80.000 Euro, die für die Behandlung in der Uni-Kinderklinik in Göttingen benötigt werden, sind bereits 65.000 Euro nach einer Welle der Hilfsbereitschaft zusammengekommen. Jetzt fehlen 15.000 Euro, um Selam neue Hoffnung zu schenken.

Von dem bewegenden Schicksal der jungen Frau haben die Ärzte Dr. Martin Glück aus Fritzlar und Dr. Ulf Gottschalk aus Borken, durch einen Artikel in der HNA erfahren. Und für sie war schnell klar, dass sie Selam helfen wollen mit einer Rocknacht. Denn Glück und Gottschalk spielen in Bands. Am Freitag, 17. Mai, werden "Rockmachine" und "Twelve Bar Slater" ab 21 Uhr, in der Batterie an der Joseph-Beuys-Straße hinter dem Kulturbahnhof in Kassel, gemeinsame Sache machen.

An diesem Abend werden die Bands Musik machen, mit ihren Zuschauern richtig viel Spaß haben und zugleich etwas Gutes tun. Denn sie rocken für Selam. "Wir werden den gesamten Reinerlös spenden", sagt Kinderarzt Dr. Glück. Auf über 2000 Euro hoffen die Ärzte.

Für Glück und Gottschalk ist das Benefizkonzert eine Herzensangelegenheit. "Selam ist an ALL erkrankt und diese Form der Leukämie kann gut geheilt werden. Selam hätte gute Chancen gegen den tödlichen Blutkrebs", erklärt Glück. Es könne doch nicht sein, dass das am Geld scheitert, fügt er an. "Die Summe muss doch aufzubringen sein." Klar sei auch, dass man nicht jedes Kind auf der Welt retten könne, doch gehe es nun um einen konkreten Fall und das Geld komme auch zu 100 Prozent an, betont Glück. Die Krankheit müsse kein Todesurteil sein und jeder Konzertbesucher könne mit seiner Spende etwas dazu beitragen. Beide Ärzte ärgert, dass diese Behandlung teuer ist und die Pharmaindustrie die benötigte Medizin nicht generell günstiger anbietet. Denn dadurch könnten noch mehr Leben gerettet werden.

Selam Tesfay ist mittlerweile in der Göttinger Klinik eingetroffen und hofft darauf, den Wettkampf gegen die Zeit zu gewinnen.

"Wir sind keine Gutmenschen, uns macht der Auftritt natürlich auch Freude", sagt Glück. Die anderen Bandmitglieder seien sofort begeistert von der Idee gewesen, fügt Augenarzt Gottschalk an. Zu hören gibt es während der Rocknacht Songs von den Rolling Stones, Gallagher, Toto und ZZ Top. Statt Eintritt wird von den Besuchern eine beliebige Spende ab 10 Euro (Schüler und Studenten 5 Euro) erwartet.

-Termin: Rocknacht "Selam soll leben", Freitag, 17. Mai, ab 21 Uhr, Batterie an der Joseph Beuys-Straße hinter dem Kulturbahnhof.

-Spenden: Konto der Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen e.V., Volksbank Göttingen, BLZ 260 900 50, Konto: 169770603, Stichwort: Selam

Quelle: HNA

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