Motorradclub „Hexenschuss“ organisierte elftes Wintertreffen in Schwarzenborn auf dem Knüllköpfchen

Benzingespräche bei Wind und Wetter

Schwarzenborn. Mit Eis und Schnee hatten die Motorradfahrer, die am Wochenende auf dem Knüllköpfchen zusammen kamen, diesmal nicht zu kämpfen: Wohl aber mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern. Nicht nur im Flachland fegte der Wind heftig, besonders auf den Gipfeln entfachte die Naturgewalt ihre ganze Kraft: Doch wer Ellen und Walter Freund kennt, der weiß - das Paar aus Niederaula verschreckt so schnell nichts. Zum elften Mal organisierten sie zusammen mit Freunden des Motorradclubs „Hexenschuss“ ein dreitägiges Wintertreffen rund um das Knüllcamp.

Nur der Treffpunkt war diesmal aufgrund des Windes kurzfristig hinter das Haus verlegt worden: „Wir haben alles, was wir mitgebracht haben, festgezurrt und verschnürt“, erklärte Freund. Einzig ihr Zelt stehe noch in exponierter Hanglage: „Mit dem machen wir den Zwei-Tages-Test. Letzte Nacht hat es schon arg durch geweht.“

Von Freitag bis Sonntag begrüßten Freunds etwa 100 eingefleischter Motorradfans, die ihre Maschinen überwiegend ganzjährig fahren. „So sieht meine Maschine ja auch aus“, sagte Joachim Fuchs aus Niederaula und verwies auf seine Moto Guzzi California, Baujahr 1981. In der Spitze fährt sein Schätzchen 130 Stundenkilometer. Angesteckt von der Leidenschaft für Moto Guzzi wurde er vom Ehepaar Freund: Beide reisen seit 1979 auf ihrer Moto Guzzi California durch die Welt - vom Nordkap bis nach Syrien. Mit dem Wintertreffen wollen sie an die Tradition des legendären Elefantentreffens anknüpfen, das früher am Nürburgring und heute im Bayerischen Wald tausende hartgesottene Motorradfahrer anlockt.

Das Treffen wurde 1956 erstmals für Fahrer der bekannten Zündapp-KS 601-Gespanne organisiert, die auch „Grüner Elefant“ genannt wurden. Im Knüll setzt man jedoch nicht auf Masse, sondern auf familiäre Atmosphäre: „Wir kennen mittlerweile fast jeden, der hierher kommt“, sagt Ellen Freund.

Sechs Jahre lang trafen sich die Motorradfahrer im Januar zunächst auf dem Eisenberg. Zum fünften Mal war es nun der Knüll, der die Biker für zwei Nächte beherbergte. „Die Betreiber des Knüllcamps sind sehr tolerant. Wer nicht zelten will, kann dort auch ein Zimmer buchen“, erklärt Walter Freund. Diese Schlafvariante bevorzugten auch Elias (12) und sein Papa Ralf Lemuth aus Thüringen. Das Vater-Sohn-Gespann war mit selbigem am Motorrad - einer Suzuki, Baujahr 88 - in den Knüll gekommen.

Warm an der Hot Bar

Einige Hartgesottenen ließen es sich natürlich nicht nehmen, ihre Zelte aufzubauen. Auch Paul Fenner aus Rörshain ist regelmäßig Gast im Knüll: „Hier kennt jeder jeden, die Atmosphäre ist super.“ Warm ums Herz wurde es den Hartgesottenen an der Hot Bar - einer mobilen Heizstation, die man sich aus Bad Hersfeld ausgeliehen hatte. „Die steht sonst immer auf dem Lullusfest“, erklärte Freund. Am Wochenende sorgte sie auf dem Knüll für wohlige Wärme.

Bei Getränken und der passenden Musik wurde im Feuerschein noch bis in die frühen Morgenstunden über die gemeinsame Leidenschaft geplaudert - und viele Versprechen gegeben, im kommenden Jahr wieder dabei zu sein.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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