Beratungsstelle beim Müttergenesungswerk: Mit einer Kur aus der Krise

Die Tür am Meydeweg 1 in Fritzlar steht den Hilfesuchenden offen: Die Müttergenesungsberatung vermittelt Kuraufenthalte. Unser Bild zeigt (von links) Beate Nennstiel (Mitarbeiterin in der Beratungsstelle), Margret Artzt (Geschäftsführerin Diakonisches Werk), Petra Nürnberger-Hommel (bisherige Mitarbeiterin in der Beratungsstelle) und Dekanin Sabine Tümmler. Foto: Laumann

Fritzlar. Das Müttergenesungswerk ist nur etwas für Mütter: Dieser Grundsatz stimmt längst nicht mehr. Immer mehr Väter kommen zur Beratungsstelle in Fritzlar.

Das hat Mitarbeiterin Petra Nürnberger-Hummel festgestellt. 15 Jahre lang hat sie Kuren vermittelt. Jetzt übergibt sie die Aufgabe an Beate Nennstiel (52).

Doch nicht nur die Mitarbeiterin ist neu. Geändert hat sich auch die Trägerschaft. Seit Januar ist nicht mehr der Kirchenkreis Fritzlar-Homberg, sondern das Diakonische Werk im Schwalm-Eder-Kreis zuständig. Damit sind alle drei Beratungsstellen im Kreis in einer Hand.

Dekanin Sabine Tümmler begrüßt den Wechsel. Das Diakonische Werk sei die richtige Plattform, um die diakonische Arbeit zu vernetzen. Ratsuchende könnten unkompliziert an andere Beratungsangebote weitervermittelt werden. „Man hat einen kurzen Draht zu anderen Mitarbeitern“, sagt Tümmler.

Schließlich steht am Ende der Beratung nicht immer ein Kuraufenthalt. „Eine gute Beratung zeichnet sich dadurch aus, in der jeweiligen Situation das Richtige zu finden“, erklärt Nürnberger-Hommel. Das kann dann auch der Kontakt zur Familien- oder allgemeine Sozialberatungsstelle sein.

Margret Artzt, Leiterin des Diakonischen Werkes, ist wichtig, dass das Angebot niedrigschwellig ist. Frauen und Männer in Krisensituationen sollen sich unverbindlich und „unverdächtig“ beraten lassen können - weil sie etwas für ihre Gesundheit oder die ihrer Kinder unternehmen möchten. Manche Eltern brauchen einfach eine Auszeit und Zeit zum Luft holen. Besonders Frauen seien oft in den Familien eingespannt. Nachdem sie sich jahrelang um die Kinder gekümmert haben, geht es nahtlos mit der Pflege von Eltern oder Schwiegereltern weiter. „Es entwickelt sich oft Druck, der maßgeblich bei den Frauen ankommt“, sagt Tümmler.

Beate Nennstiel unterstützt die Hilfesuchenden bei der Antragsstellung. Sie erklärt, welche Formulare ausgefüllt werden müssen, welche Atteste notwendig sind und hilft beim Kontakt mit der Krankenkasse. Die Kasse muss die Kur schließlich bewilligen. Das klappt nicht immer. Im vergangenen halben Jahr hat die Müttergenesung 120 Beratungen gezählt, 40 Kuren wurden vermittelt. Ein Dankeschön für die Hilfe kommt meist mit der Post. Die Frauen und Männer schicken eine Karte aus der Kurklinik.

Die Beratungsstellen im Kreis:

Ansprechpartnerin in der Beratungsstelle Fritzlar, Meydeweg 1, ist Beate Nennstiel. Sie ist donnerstags von 9 bis 10 Uhr und von 14 bis 16 Uhr zu erreichen. Kontakt: Tel. 05622-6448, E-Mail: diakonieladen.fritzlar@ekkw.de.

Auch in Melsungen und Ziegenhain gibt es Beratungsstellen zur Müttergenesung. Beratungsstelle Melsungen: Tel. 05661-1790, E-Mail: gudrun.banniza@ekkw.de, Sprechzeiten montags 9 bis 13 uhr, donnerstags 9 bis 12 Uhr sowie 15 bis 18 uhr.

Beratungsstelle Ziegenhain: Tel. 06691-6056. E-Mail: muettergenesung.ziegenhain@ekkw.de, Sprechzeiten montags 9 bis 13 Uhr. (akl)

Quelle: HNA

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