Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sieht Zukunft auch außerhalb der Städte

Volker Kauder zu Besuch: Von Berlin direkt aufs Land

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Treffen auf dem Bauernhof: Von links Senior-Hofchef Walter Keim, CDU-Landtagskandidat Matthias Wettlaufer, Staatssekretär Mark Weinmeister, Volker Kauder, Erika Siebert, CDU-Bundestagsabgeordneter Bernd Siebert und Bernhard Jagoda, ehemaliger Präsident der Bundesanstalt für Arbeit.

Schwalmstadt. So dicht mag ein Eintrag ins Goldene Buch und der Biss in einen Runkel Ahler Wurst nie beieinander gelegen haben, doch auf dem 330-Hektar-Hof Keim im beschaulichen Schwalmstadt-Allendorf war die Verkostung keineswegs ein Tritt ins Fettnäpfchen.

Der Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder war am Dienstag mit dem Ort seines Wahlkampfbesuchs offenkundig zufrieden.

Hightech-Landmaschinen auf dem Hof, ein weißblauer Spätsommerhimmel über dem beachtlichen Anwesen und Erfrischungen für alle auf den langen Tischreihen – eine rosige Zukunft auf dem Land drängte sich in diesem Ambiente als Thema förmlich auf. Kauder biss bereitwillig an: „Die Partei des ländlichen Raums sind allein die Christdemokraten.“ Noch heftiger als für die SPD fiel Kauders Schelte für die Grünen aus. Dabei sparte der 63-Jährige Baden-Württemberger, bis 2005 CDU-Generalsekretär, Unappetitliches nicht aus. Nur dürfe es nicht auf dem Rücken der Landwirtschaft ausgetragen werden, wenn es auf dem Lebensmittelsektor, etwa in der Fleischverarbeitung, Missstände gebe. Es sei falsch, wenn für die Schlachtung eines Schweines 1,39 Euro Lohn gezahlt werde. Für einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn dürfe man nicht eintreten, aber für einen regional-tariflichen – Mecklenburg-Vorpommern sei nun mal kein Ballungsraum.

Trotzdem, so Kauder, sei das Wohnen auf dem Land mit guter Lebensqualität möglich, das gleiche Niveau von Schule, ärztlicher Versorgung und schnellem Internet wie in den Städten sei sogar nötig. Gebraucht werde dafür eine neue Solidarität auf dem Land. Krankenhäuser könne es nicht in gleicher Dichte, wohl aber mit gleicher Qualität geben. Die Wege würden länger, aber „jammern und klagen hilft nichts, die demographische Entwicklung müssen wir annehmen“. So richtig ins Austeilen geriet der prominente Gast aus Berlin beim Thema Europa, Schuldenschnitt und Schuldenunion dürfe es nicht geben, bleiben müsse Europa als „Werte- und Schicksalsgemeinschaft“ vor dem Hintergrund jüdisch-christlicher Tradition.

Volker Kauder zu Besuch im Schwalm-Eder-Kreis

Immer wieder bekam der Bundespolitiker Applaus – obwohl die schwarz-gelbe hessische Landespolitik kein großes Thema war bei diesem den Nachmittag füllenden Ausflug aus Berlin aufs Land.

Von Anne Quehl 

Quelle: HNA

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