Berliner Duo begeisterte Publikum

Comedy oder Kabarett: Punktgenaue Improvisation in Kulturscheune Fritzlar

+
War’s Comedy? Oder Kabarett? Vielleicht mehr: Vanessa Maurischat (links) und Annie Heger sielten und sangen sich durch Geschichte und aktuelle Themen – zur Begeisterung des Publikums in der Fritzlarer Kulturscheune, in der die zwei Berlinerinnen gastierten.  

Fritzlar. Wer an diesem heißen Maiabend keinen Grill angeworfen hatte, war nach Fritzlar in die Kulturscheune gekommen. Heger und Maurischat aus Berlin boten ihr Programm: Eine geht noch.

Annie und Vanessa, wie sich die Beiden anredeten, hatten sogar die Kleidung aufeinander abgestimmt. Rotes T-Shirt, blaue Jacke und rote Jacke mit blauem T-Shirt. Trotzdem schien nicht ganz klar, was ein Duo ist. So gab es von Kain und Abel bis Dieter Bohlen und Thomas Anders einen flotten Ritt durch die Geschichte.

War diese Show Comedy, Kabarett? Nein, hieß es, was wir bieten, ist vornehmer. Wir hommagieren, und das kommt aus dem Französischen. Das Publikum wird verehrt. Wie jede echte Kunst lässt sich diese Darbietungsform in keine Schublade pressen.

Herrlich, wie das Improvisierte auf den Punkt genau gespielt wurde. Oder etwa nicht? Eine Gesangsausbildung hatte es nicht gegeben. Doch der Klang verführte zum Dahinschmelzen. Wenn Du schon einen Song bringst, solltest Du auch am Piano sitzen, hieß es. So sprang Vanessa hinter ihr Instrument, während Annie zur Ukulele griff, um über die Saiten gebeugt die Ponylocke zu schwingen.

Vom Weltfrieden bis zur Angst im Bett wurde alles besungen und beredet, was einem selbst so durch den Kopf schwirrt. Dieser bunte Blumenstrauß verschiedenster Themen vertrocknete nie. Eifrig wurde mit Sekt nachgegossen.

Erstaunlich, erst im vergangenen Jahr hatte sich das Duo zusammengefunden. In etwa einem Monat wird eine CD im Handel sein. In Berlin traten die beiden Frau mehrfach in der „Bar jeder Vernunft“ auf. Das ist ein Ritterschlag in der Szene.

Den gab es auch in Fritzlar, der alten Krönungsstadt. Das Publikum trampelte mit den Füßen, klatschte und beherzigte den Zuruf: Geht zum Lachen nicht in den Keller!

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare