Bernhard Tigges aus Elbersdorf erhält am heutigen Freitag das Bundesverdienstkreuz

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Wird heute ausgezeichnet: Bernhard Tigges (rechts) erhält heute das Bundesverdienstkreuz für sein ehrenamtliches Engagement. Seine Frau Hannelore (links) habe ihn immer bei seiner Arbeit unterstützt, sagt Tigges.

Elbersdorf. Aufgeregt ist Bernhard Tigges nicht. „Das übernehme ich für ihn mit", sagt seine Frau Hannelore. Heute erhält der 77-jährige Tigges für sein jahrzehntelanges Engagement das Bundesverdienstkreuz in Spangenberg. Er wisse gar nicht, ob er diese Auszeichnung der Bundesrepublik verdient habe. „Aber natürlich freue ich mich darüber", sagt er.

Verliehen wird ihm die Auszeichnung von Staatssekretär Mark Weinmeister (CDU), den Tigges schon länger kennt. „Er war häufig bei uns“, sagt Hannelore Tigges. 1997 trat Weinmeister zur Bürgermeisterwahl in Spangenberg an - Bernhard Tigges war zu dieser Zeit Fraktionsvorsitzender der CDU-Spangenberg. „Wir haben 38 Prozent mit Mark Weinmeister erreicht - das war ein riesen Erfolg.“ Schließlich war Spangenberg immer eine SPD-Hochburg. Umso schöner sei es, dass er nun von ihm das Bundesverdienstkreuz erhalte.

Den Fraktionsvorsitz hatte Tigges von 1989 bis 2006 inne. Zur CDU sei er gekommen, nachdem er von seinem Heimatort Bigge im Sauerland nach Elbersdorf gezogen sei. Sein Sauerländer Dialekt, das dem aus dem Ruhrpott ähnelt, dringt heute noch durch. Der Sägewerkmeister zog 1961 wegen der Arbeit nach Elbeshausen. Beim Feierabendbier in der Kneipe sprach ihn einige Jahre später ein Bekannter an. „Du bist doch katholisch, dann musste auch in die CDU“, habe der gesagt. Seitdem ist er Mitglied und in zahlreichen Ausschüssen aktiv. Zwei, drei Tage in der Woche Politik, später kam noch das Engagement im Fußballverein Elbersdorf hinzu. „Ohne die Unterstützung meiner Frau wäre das nicht gegangen“, sagt Bernhard Tigges.

Schließlich hatte das Ehepaar, das seit 52 Jahren verheiratet ist, zwei Kinder. „Meine Frau kennen zu lernen war der größte Glücksfall“, sagt er. Sie aus Sachsen, er aus dem Sauerland: „Das ist eine gute Mischung.“

Die große Politik habe ihn nie gereizt. „Da hatte ich keine Ambitionen“, sagt der 77-Jährige. Schaut er zurück auf richtige Entscheidungen in der Lokalpolitik, fällt Tigges die Wasserversorgung ein. Man habe sich Ende der 80er-Jahre gegen Tiefenbohrungen entschieden und sich stattdessen für die Nutzung von Quellen ausgesprochen.

Über manche Entscheidungen ärgere er sich natürlich auch in der Rückschau. Schade findet er, dass sich heute weniger Menschen engagierten. Man sei früher in Elbersdorf berühmt für das gewesen, was man auf die Beine gestellt habe. „Für ein Gehacktesbrötchen und ein Bier waren immer zehn Helfer dabei.“ Heute seien die Jugendlichen zu viel mit Internet und Smartphones beschäftigt.

Der 77-Jährige ist noch ehrenamtlich aktiv, etwa als Vorsitzender des Sozialverbands VdK-Elbersdorf - immer mit der Unterstützung seiner Frau Hannelore. (mho)

Quelle: HNA

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