Ein Drittel der ausgebildeten Schwerbehinderten finden keinen Job

Schwalm-Eder. Für behinderte junge Menschen mit guter Ausbildung wird es immer schwieriger einen Arbeitsplatz zu finden. Das jedenfalls meint Reinhold Küster, Ausbilder des  Berufsbildungswerkes (BBW).

Gerade im ländlichen Raum wie im Schwalm-Eder-Kreis, habe er das Gefühl, dass es zunehmend zum Problem wird. Von den im BBW fertig ausgebildeten jungen Leute finden nur knapp 70 Prozent einen Arbeitsplatz.

Das Berufsbildungswerk mit seinen Standorten Bad Arolsen und Kassel betreut 330 Menschen mit einer körperlichen oder psychischen Behinderung. Einige waren zuvor an einer Regelschule, haben Haupt- oder Realschulabschluss, andere haben eine Förderschule besucht.

Zwölf junge Menschen pendeln täglich aus dem Landkreis nach Kassel, sechs Azubis aus dem Landkreis leben im Wohndorf Bad Arolsen und werden dort ausgebildet.

Agentur für Arbeit unterstützt

Bei der Ausbildung sitzt die Agentur für Arbeit mit im Boot: Zum einen mit der Berufs- und Reha-Beratung, zum anderen mit finanzieller Hilfe. Die Agentur trägt in der Regel die Kosten für Berufsvorbereitung, Ausbildung, Heimfahrten, Taschengeld und Wohnen, erklärt das BBW.

Zur Ausbildung, zu der der Unterricht in der BBW-eigenen Berufsschule gehört, zählen auch Praktika in Betrieben. Solche Stellen zu finden, sei kein Problem, sagt Küster. Aber sobald es darum gehe, dass die jungen Menschen trotz ihrer Behinderung einen bezahlten Arbeitsplatz finden, werde es schwierig.

Barriere im Kopf

„Die Barriere im Kopf“, sagt BBW-Mitarbeiterin Heike Saure, „ist das größte Problem.“ Für die Einrichtung eines schwerbehindertengerechten Arbeitsplatzes gibt es Geld vom Landeswohlfahrtsverband. Zudem bezuschusst die Agentur für Arbeit Arbeitsplätze für Schwerbehinderte. Über die Dauer und die Höhe der Förderung werde im Einzelfall entschieden, sagt Brigitte Thormann von der Agentur für Arbeit in Kassel.

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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