Bilanz

Besonders viele Frauen mit Kindern suchten 2017 Schutz in Homberger Frauenhaus

Schwalm-Eder. Deutlich mehr Frauen und Kinder als in den Jahren zuvor nutzten im vergangenen Jahr das Frauenhaus in Homberg als Zuflucht vor Gewalt und Verfolgung.

Das zeigen die Zahlen, die die Leiterin des Hauses, Heidemarie Lange, jetzt vorlegte.

Im Laufe des Jahres 2017 lebten 79 Frauen und 102 Kinder in der Einrichtung, die von dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt getragen wird. 2016 waren es 56 Frauen und 60 Kinder, was in etwa dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entsprach.

Für die starke Nachfrage nannte die Frauenhaus-Leiterin mehrere Gründe. Zum einen gibt es deutlich mehr Frauen mit Migrationshintergrund, die Hilfe suchen, auch etliche Frauen mit mehreren Kindern. Außerdem war die personelle Situation des Frauenhauses in 2017 stabil: „Wir haben unsere Stellen besetzen können, trotz des enormen Fachkräftemangels im sozialen Bereich“, sagte Heidemarie Lange. Zudem sei es gelungen, eine Erzieherin und Kindheitspädagogin zu finden, die sich seit August speziell um die Bedürfnisse der Kinder kümmern kann.

Insgesamt beschäftigt das Frauenhaus vier Mitarbeiterinnen, zwei stehen zusätzlich als Bereitschaft zur Verfügung. „Die Arbeit bei uns muss man machen wollen“, sagt Lange, es gebe extreme Situationen. Aber sie sei auch sehr abwechslungsreich.

Deutlich werde, dass die Frauen mit Migrationshintergrund schneller erfahren, dass sie in Deutschland Rechte habe, die sie in ihrem Heimatland nicht hatten. Erschreckend sei es jedoch, wie schwierig es für Frauen nach wie vor sei, diese Rechte auch durchzusetzen. Und immer noch seien zu wenige Frauen bereit, bei Gewalterfahrungen auch tatsächlich zu gehen.

Sehr positiv sei nach wie vor die Zusammenarbeit mit der Polizei, betont Lange. „Im Notfall agieren die Beamten sehr schnell“, lobt Lange.

Quelle: HNA

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