documenta-Gäste essen Kartoffeln aus der Region – Otto Wicke liefert täglich

Besser Knollen zur Kunst

Die gute Knolle: An diesem Förderband werden die geschälten Kartoffeln (von links) von Anna Lange, Eufenia Wicke, Pilar Bindebeutel, Gretel Runge und Landwirt Otto Wicke noch einmal genau überprüft. Foto: Rehwald

Besse. Moderne Kunst und Kartoffeln aus Besse, diese Kombination ist zurzeit auf der documenta 13 in Kassel zu erleben. Tag für Tag genießen die Besucher rund um den Friedrichsplatz und die Karlsaue die Knollen aus dem Schwalm-Eder-Kreis.

Ob eine Ofenkartoffel mit Quark und Salat oder die typisch nordhessischen Schribbeln mit Kräuterquark, die Kartoffeln für die Gerichte kommen vom Kartoffelhof Wicke aus Besse.

„Wir haben in Besse eher lehmige Böden, so kommt der Geschmack der Kartoffeln sehr gut zur Geltung“, erklärt Seniorchef Otto Wicke. Sie würden viel intensiver schmecken.

Aussaat bereits im März

Für die documenta hat der Besser Landwirt besondere Kartoffeln angebaut. „Wir brauchten Mitte Juni die ersten Kartoffeln“, sagt er. Eine Ernte im Juni sei aber eher die Ausnahme. Im Frühjahr wurden die ersten Setzkartoffeln der Sorten Anuschka und Belana in Kisten vorgekeimt. Dabei erhält das Pflanzgut extra viel Licht und Wärme, so dass es eine große Anzahl an Keimen entwickelt.

Nach dem Pflanzen im März deckten die Hofmitarbeiter den Kartoffelacker mit einem Vlies ab. „Die Plane auf dem Feld erzeugt den bekannten Glashauseffekt“, erklärt Agrartechniker und Juniorchef Tobias Wicke. Der Boden darunter werde wärmer, so dass bereits Mitte Juni geerntet wurde. Seit 15 Jahren beliefert der Kartoffelhof Großküchen, Kantinen und Restaurants in der Region mit kochfertigen Kartoffeln aller Art.

Nach dem Roden sortiert eine Maschine die Knollen zunächst nach ihrer Größe. Während die kleinsten Kartoffeln, die Drillinge, einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern haben, sind die normalen Speisekartoffeln im Durchmesser bis zu sechs Zentimeter dick. Wenn eine Kartoffel einen Durchmesser von über 6,5 Zentimetern hat, wird sie ungeschält als Ofen- oder Folienkartoffel verkauft. Die Drillinge und Speisekartoffeln verarbeitet die hofeigene Schälanlage.

Kartoffeln in Scheiben

Erst werden sie im Wasserbad gewaschen, dann mit dem Rollenschäler geschält und anschließend zerteilt und abgepackt. Der Kartoffelhof bietet halbierte und in Scheiben geschnittene sowie zu kleinen Würfeln für Suppen verarbeitete Kartoffeln an.

„Zur documenta liefern wir allerdings nur ungeschälte Kartoffeln“, sagt Otto Wicke. Auf dem Friedrichsplatz nimmt Küchenchefin Christel Salzmann am Stand von Apel Catering die Kartoffeln in Empfang und bringt sie ins Kühlhaus. An drei Ständen sorgt die Kasseler Firma für Speisen und Getränke.

Seit fast 100 Tagen stärken sich die Kunstfans nun mit der Knolle. Und wenn die Kartoffeln einmal ausgehen, reicht ein Anruf in Besse und in einer Viertelstunde ist Nachschub da. „Die Marktnähe ist ein Vorteil für unseren Hof“, sagen Otto Wicke. (zkr)

Quelle: HNA

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