Zwölf tagesklinische Plätze im Waberner Karlshof ab Ende 2011

Bessere Hilfen für seelisch kranke Kinder

Mareike Schüler-Springorum

Schwalm-Eder. Tagsüber Therapie und abends wieder nach Hause: In der psychiatrischen Einrichtung im Waberner Karlshof sollen bis Ende des Jahres zwölf tagesklinische Plätze geschaffen werden. Dort können suchtkranke und psychisch kranke Kinder und Jugendliche vier bis sechs Wochen lang täglich behandelt werden.

„Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit seelischen Erkrankungen ist in den vergangenen Jahren um 20 Prozent gestiegen“, sagt Mareike Schüler-Springorum, Direktorin der Vitos-Klinik Bad Wilhelmshöhe, zu der das pädagogisch-medizinische Zentrum (PMZ) im Waberner Karlshof gehört. „Deswegen wird das Angebot jetzt erweitert.“ Die tagesklinischen Plätze richten sich auch an die Kinder und Jugendlichen, die gerade aus der Drogen- und Alkoholentzugsstation kommen und vermutlich in ihrem alten Umfeld rückfällig werden würden.

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Der Ausbau an Plätzen sei seit Jahren überfällig, sagt die Klinikdirektorin. Die stationäre psychiatrische Versorgung in Nordhessen sei im Vergleich zu Mittel- und Südhessen sehr schlecht. „Und die tagesklinischen Plätze, die es bisher gibt, sind für Menschen aus dem Schwalm-Eder-Kreis oft zu weit weg. Wir wollen mit der Waberner Tagesklinik das Angbot dezentralisieren.“ Damit müssten Betroffene nicht mehr bis Kassel in eine Tagesklinik fahren.

Die Zahl erkrankter Kinder und Jugendlicher sei jedoch im Vergleich zu den Erwachsenen so gering, dass sich ein eigener Klinikbetrieb nicht lohnen würde, sagt Gesa Krüger, stellvertretende Sprecherin des hessischen Sozialministeriums. Die acht hessischen Kliniken seien deshalb dabei, den teilstationären und damit tagesklinischen Bereich weiter auszubauen.

Von Heike Wagner

Quelle: HNA

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