Ziel ist ein robuster Wald

Bestandsaufnahme und Planung: In Naumburg läuft zurzeit die Forsteinrichtung

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Alles im Blick: Forstreferendar Jonas Fürchtenicht mit dem Höhenmesser. Im Hintergrund Forsteinrichter Hermann Dilling, Bürgermeister Stefan Hable, Forstamtsleiter Uwe Zindel und Revierförster Peter Muster (von links).

Naumburg. Nicht nur Kaufleute machen Inventur, auch im Wald wird in regelmäßigen Abständen der Bestand aufgelistet. Derzeit ist Hermann Dilling im Naumburger Stadtwald unterwegs. Er macht für die Stadt die sogenannte Forsteinrichtung. Sie ist die Arbeitsgrundlage für die Bewirtschaftung des Waldes.

Und weil im Forst seit mittlerweile 300 Jahren die Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung ist, also nicht mehr Holz entnommen wird, als nachwächst, sind die Ergebnisse der Waldinventur, die alle zehn Jahre sorgfältig erledigt wird, so wichtig.

Unterstützung

Dilling wird bei seiner Arbeit unterstützt von Forstreferendaren. Einer von ihnen ist Jonas Fürchtenicht, der unter anderem mit digitalem Höhen- und Entfernungsmesser und speziellen Tabellen, mit denen man punktgenau den Zuwachs der vergangenen Jahre ermitteln kann, den Bestand taxiert. Auf 8,1 Hektar werden Stichproben genommen, an zehn ausgewählten Standorten wird systematisch der Bestand aufgenommen und gelistet.

Und weil die Förster bei der Forsteinrichtung in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten ebenso akribisch arbeiteten und dokumentierten, wie ihre Kollegen heute, kennt man von den Bäumen das genaue Alter.

Hermann Dilling zeigt auf eine Fichte aus dem Jahr 1873 und auf eine 153 Jahre alte Buche „in der Hauptschicht und darunter eine Verjüngungsschicht mit 15 Jahre alten Buchen“.

„Es geht darum, einen solchen Waldbestand einzuschätzen, zu klären, wie viel Holz steht hier drauf, wie viel Holz wird in den nächsten zehn Jahren zuwachsen und was ist ein angemessener Nutzungssatz, um gutes hiebreifes Holz zu ernten, noch nicht hiebreife Stämme zu fördern und unbefriedigende Stammformen rauszunehmen“, erklärt Forsteinrichter Dilling. Und schließlich gelte es zu klären, was rausgenommen werden muss, „für eine zielgerichtete Verjüngung“.

Uwe Zindel, Leiter des Wolfhager Forstamtes sagt: „Für das Forstamt, das für die Stadt Naumburg den Forstbetrieb macht, ist die Forsteinrichtung die Grundlage, auf der wir dann in den kommenden zehn Jahren das Wirtschaften im Wald ausrichten.“ Und dabei gilt es, die Ziele des Waldbesitzers, der Stadt Naumburg, mit einzuarbeiten, die sowohl Ökonomie und Ökologie als auch die Erholungsfunktion des Waldes betreffen.

Weitreichende Entscheidungen

„Wir wissen, was wir an unserem Wald haben“, betont Naumburgs Bürgermeister Hable, nicht nur aus finanzieller Sicht. Und deswegen gehe es im Kern darum, Daten für weitreichende Entscheidungen zu erhalten, um einen robusten Wald in die Zukunft zu bringen.

Quelle: HNA

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