Wandern einst und heute: Knüllgebirgsverein Ziegenhain präsentiert Ausstellung

Der beste Weg ist der Fußweg

Teil des Vorstandes: Gisela Orf, Helga und Heinrich Kunze, Inge Kappert, Irma Rode, Sabine Becker und Erhard Dode (von links). Foto: Rose

Ziegenhain. Der beste Weg zur Gesundheit ist und bleibt der Fußweg – so drückte es einst der Forstmeister und Gründer des Knüllgebirgsvereins Hugo Borgmann aus: Und diesem Motto folgen die Mitglieder bis heute. „Rotkäppchen auf der Spur, wandern einst und heute“ heißt eine aktuelle Ausstellung des Knüllgebirgsvereins Ziegenhain, die am Donnerstag in der Kreissparkasse eröffnet wurde. In den kommenden drei Wochen sind dort Wanderrouten, alte Karten und Wissenswertes zur Geschichte zu sehen. Die Einführung hielt Vorsitzende Gisela Orf.

Aus dem 1884 gegründete Knüllclub entstand im selben Jahr die Sektion Ziegenhain. Seit 1920 heißt der Verein Knüllgebirgsverein. „1922 richteten die Ziegenhainer ein Heimatmuseum im Landratsamt ein“, erläuterte Orf. 1949 wurde die Sammlung dem Schwälmer Heimatbund übergeben. In den 1980er-Jahren habe man erheblichen Zuspruch erlebt. „Die Zahl der Mitglieder stieg auf das vierfache.“ Das habe man in erster Linie dem sehr rührigen Ehepaar Kern zu verdanken. Besonders hervorzuheben sei auch Sabine Becker, die 1989 eine Kinder-Gitarrengruppe gründete. „Da gingen beim Festzug der Salatkirmes eine Zigeunerin und eine Türkin Hand in Hand in Schwälmer Tracht. Das werde ich nie vergessen“, erzählte Orf. „Die Gruppe ist bis heute integrativ, interkulturell und intergenerativ.“

Doch nicht nur die Geschichte des Vereins wird in der Ausstellung bebildert. Zu sehen sind auch Schätze wie etwa ein Wanderführer von 1909 oder die Eichendorff-Plakette – die höchste staatliche Auszeichnung für Gebirgs- und Wandervereine in Deutschland. Gewandert seien die Schwälmer nämlich unter anderem mit Richard von Weizsäcker und dem damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, erklärte Orf. Eine weitere Facette der Schau sind die von Wegewart Erhard Dode neu gezeichneten Rundwanderwege. Für die Wanderer und die Gästeschar klang der Abend stilecht aus: Andreas Kater spielte Wanderlieder und lud zum Mitsingen ein. (zsr) • Ausstellung noch bis Freitag, 3. August, zu den üblichen Öffnungszeiten der Bank und am Sonntag, 29. Juli, Rotkäppchentag, 14 bis 17 Uhr

Quelle: HNA

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