Einmalig in Hessen: Umweltdienst berät die Einsatzleitung

Bestens vorbereitet auf die Katastrophe

Schwalm-Eder. Das gibt es nicht noch einmal in Hessen: Im Katastrophenfall berät ein Umweltdienst die Einsatzleitung im Schwalm-Eder-Kreis. 14 Männer, die sich auskennen mit atomaren und chemischen Gefahren.

Am Samstag übtenFreiwillige aus dem Schwalm-Eder-Kreis in Guxhagen, was zu tun ist, wenn ein Gefahrgut-Transporter an einer Schule verunglückt, lebensgefährliche Stoffe austreten und und zugleich in der Schule ein Feuer entsteht. Das ist die Katastrophe schlechthin. 191 Helfer von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Deutschem Roten Kreuz und Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes aus Fritzlar waren im Einsatz.

Das Szenario hatten sich die Verantwortlichen für den Brand- und Katastrophenschutz sowie das Rettungswesen ausgedacht. Kreisbrandinspektor Werner Bähr aus Felsberg ist Chef des Stabes, der im Ernstfall auf 1150 ausgebildete Helfer und an die 100 Fahrzeugen von Ottrau im Süden des Landkreises bis Niedenstein im Norden zurückgreifen kann.

Mit dabei sind auch Männer des Umweltdienstes Schwalm-Eder. Im Hauptberuf sind die meisten von ihnen Chemiker, Physiker oder Biologen, viele arbeiten bei B. Braun in Melsungen. Ihr Chef heißt Tobias Schindler und kommt aus Edermünde. Er arbeitet an der Landesfeuerwehrschule in Kassel und hatte 2006 die Idee für den Umweltdienst.

Der hat sich bereits bewährt, als Gase aus einem ehemaligen Bergwerk bei Frielendorf austraten, berichtet Werner Bähr. Dank des Umweltdienstes musste er seine Leute nicht unwägbaren Risiken aussetzen: „Fehler im Gefahrgutbereich wären fatal, da kann es um eine große Zahl von Menschenleben gehen.“

Ein am Stützpunkt Melsungen stationierter VW-Bus mit Kartenmaterial, PC mit Internetzugang und Nachschlagewerken dient den Umweltexperten als mobile Zentrale.

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Quelle: HNA

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