Besuch in Homberg: Kultusminister Lorz diskutierte mit Schülern

Im Gespräch: von links Iman Al-Dailami, Nielofar Raufi, Lehrer Thomas Schattner, Kultusminister Alexander Lorz , Samuel Ramm, Stellvertretender Schulleiter Ralph Meist und Beiwar Mareke. Foto: Thiery

Homberg. Ihnen brannten zahlreiche Fragen auf den Nägeln: Schüler der Theodor-Heuss-Schule in Homberg diskutierten mit Kultusminister Alexander Lorz vor allem über die Flüchtlingsproblematik.

„Um den Flüchtlingen gerecht zu werden, müssen wir auf jeden Fall mehr Lehrer einstellen.“ Das sagte Hessens Kultusminister Alexander Lorz, der am Donnerstag die Homberger Theodor-Heuss-Schule besuchte. Die Teilnehmer der AG „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ fühlten dem Minister dabei auf den Zahn. Zentrales Thema des Besuchs war die Flüchtlingsproblematik.

Symbolisch: 71 Schüler formierten sich zu Beginn der Podiumsdiskussion auf einer Fläche, die der des Kühlwagens entsprach, in dem Ende August in Österreich 71 Flüchtlinge zu Tode kamen. Dieses Bild sei ein Symbol für die Vertreibung und die Kriminalität einiger Schlepper, die im Moment im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe, sagte Lehrer Thomas Schattner, der die Veranstaltung in der Aula vorbereitet hatte.

Zu viele auf einmal: Die Schüler stellten Fragen, die ihnen auf den Nägeln brannten. Es sei nicht vorhersehbar gewesen, dass so viele Menschen in so kurzer Zeit nach Deutschland einwandern wollten, sagte Lorz. Daher sei es auch in der Kürze nicht möglich, perfekt darauf zu reagieren.

Zu lange Dauer: Ein Schüler sprach von seiner Flucht aus Afghanistan vor fünf Jahren. Er kam mit seiner Familie über die Türkei und Griechenland nach Deutschland. Die Schüler wollten wissen, warum es so lang dauere, bis die jungen Flüchtlinge in die Schulen kommen. „Die Schulpflicht greift, wenn sich die Menschen in den Kommunen nieder gelassen haben“, sagte Lorz. Das Prozedere müsse eingehalten werden.

100 neue Klassen: Der Bildungsbereich sei zum Jahresbeginn neu aufgestellt worden, es gebe 100 neue Intensivklassen für Flüchtlinge und für 16- bis 18-jährige Flüchtlinge sei ein neues Programm an den Berufsschulen aufgelegt worden, sagte Lorz. Allerdings habe sich die Situation über die Ferien sehr stark verändert. Im Moment stehe der Fokus darauf, genügend Kapazitäten für die Sprachförderung bereit zu stellen.

Bereicherung oder Belastung: Auf die Frage, ob der Minister die Flüchtlinge als Bereicherung oder Belastung sehe, differenzierte Lorz. Das könne man nicht so einfach beantworten, jeder habe ein individuelles Schicksal. „Ich bin überzeugt, wir werden viele Erfolgsstorys erleben.“ Aber man müsse auch ganz ehrlich sein, es werde viele Schicksale geben, wo man gefordert sei.

Zum Zitat „Die Flüchtlinge sind ein Segen“ befragt, sagte Lorz, dass es für die Flüchtlinge kein Segen sei, wenn sie ihre Heimat verlassen müssten, auch wenn der Zustrom für der demografischen Wandel und den Fachkräftemangel positiv sein könne.

Kürzungen: Auch für sich selbst standen die Schüler ein, Stundenkürzungen in der Oberstufe wollen sie nicht so einfach hinnehmen. „Wir können den Euro nicht zweimal ausgeben“, sagte Lorz.

Quelle: HNA

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