Zu einer Studienfahrtgruppe aus Rudnja gehören auch ehemalige Ferienkinder aus der Region Tschernobyl

Besuch voller schöner Erinnerungen

Wiedersehen in Treysa: Übersetzerin Margerita Gottfried (links) und die frühere Schulleiterin Galina Savoshchanka (dritte von rechts) mit ehemaligen Ferienkindern gestern an der Totenkirche. Foto: Rose

Schwalmstadt. Katerina Dubrova aus Rudnja besuchte in den 1990er-Jahren die Schwalm: Damals war sie Schülerin und erholte sich zusammen mit Gleichaltrigen in der Region. Gekommen waren sie auf Einladung der Gastelterninitiative Kinder für Tschernobyl um das Ehepaar Ebener.

Anita und Rudi Franz waren damals Gasteltern. Und sind es für Katerina Dubrova jetzt wieder: „Ich habe so schöne Erinnerungen und freue mich, dass ich wieder bei Familie Franz untergebracht bin. Auch meine Kinder haben bei ihrem letzten Ferienaufenthalt bei ihnen übernachtet“, erzählt die die junge Frau.

Sie ist zusammen mit 37 Erwachsenen aus Rudnja zu Besuch in der Schwalm: „Das sind ehemalige Ferienkinder, Lehrer, aber auch Eltern und sogar Großeltern“, erläutert Sigrid Ebener.

„Vieles noch nie gesehen“

Auch Irina Charlanova begleiten die Erinnerungen aus ihrer Kindheit: „Vieles, was wir in unserem kleinen Dorf noch nie gesehen hatten, haben wir hier kennen gelernt – zum Beispiel Nutella.“

Olga Alexjewa kam 1996 zum ersten Mal nach Deutschland. Auch als Erwachsene wohnt sie bei ihren früheren Eltern auf Zeit, bei Ebeners: „Ich erinnere mich gut an das Schwimmbad. Da war ich so unglaublich begeistert. Und an diese leckeren Gummibärchen“, erzählt sie.

Viele ehemalige Ferienkinder halten noch immer Kontakt zu ihren Gasteltern, schreiben regelmäßig Karten. Bei Ebeners stapeln sich Päckchen für die Gäste, die alle noch verteilt werden müssen.

Wenige deutsche Wörter haben die meisten Besucher von einst behalten: Margerita Gottfried, die seit 20 Jahren in der Schwalm lebt, übersetzt während der Woche für ihre Landsleute. Immer wieder kommt auch die langjährige und mittlerweile pensionierte Direktorin der Schule in Rudnja, Galina Savoshcanka, nach Treysa: „Aus der Initiative haben sich intensive und langjährige Freundschaften entwickelt – das ist ein wunderbarer Kontakt zu echten Freunden.“

Auch die Erwachsenen erwartet ein abwechslungsreiches Programm: Unter anderem werden die Gäste Kassel besuchen, die Gedenkstätte/Museum in Trutzhain, die Innenstädte Treysa und Ziegenhain und den Wildpark Knüll.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare