Museen in der Region sind mit den Besucherzahlen zufrieden – Mehr Werbung um junges Publikum

Gut besucht, aber es geht besser

Das größte Potenzial steckt in den Kleinen: Um mehr Schüler ins Regionalmuseum Wolfhager Land zu locken, haben Dr. Jürgen Römer und der Arbeitskreis „Schule und Museum“ das Arbeitsheft „Die Weidelsburg im 15. Jahrhundert“ erstellt. Foto: Hempel

Wolfhager Land. „Ein spannender Ort, sehr liebevoll inszeniert.“ So enden die Zeilen des Kasseler Kabarettisten Bernd Gieseking im Gästebuch des Regionalmuseums, die er dort im Dezember hinterlassen hat. Auch mit anderen Einträgen von weit weniger prominenten Besuchern hat sich im Laufe des vergangenen Jahres viel Lob für das Museum in Wolfhagen angesammelt. Und auch an Besuchern hat es in den Museen des Wolfhager Landes im zurückliegenden Jahr nicht gemangelt.

„Da passiert was“

„Von 2009 bis 2011 hat sich die Besucherzahl auf 2000 verdoppelt“, sagt Dr. Jürgen Römer, Leiter des Regionalmuseums Wolfhager Land. „Da hat sich auch der Wohnmobilplatz bemerkbar gemacht.“ Auch schauten regelmäßig Besucher aus der Edersee-Region vorbei. „Wir merken, da passiert was, aber es könnte besser sein.“ Mit einem Besucherzuwachs von einhundert Prozent sei er zufrieden. Großen Zulauf fanden etwa das Museumskonzert im August und ein Vortrag von Prof. Holger Gräf vom Landesamt für geschichtliche Landeskunde. „Da hatten wir jeweils etwa 70 Besucher, was für uns viel ist.“ Auch ein Vortrag über romanische Kirchen in Nordhessen sei gut besucht gewesen.

Einmal und nie wieder?

„Als absolute Zahl sind 2000 Besucher aber erschütternd“, so Römer. „Ich befürchte, dass man hier in der Region glaubt, wenn man einmal im Museum war, muss man nicht noch mal hingehen.“ So sollen auch in diesem Jahr Sonderausstellungen Besucher ins Museum locken.

Das größte Potenzial sieht Römer in den Schulen. Noch seien es zu wenige Klassen, die ins Museum kommen. „In den Schulen ist heute viel weniger Zeit als früher“, sagt Römer. Aber noch etwas habe sich geändert. „Wenn man früher an einer Schule tätig war, hat man sich auch mehr mit der Gegend identifiziert.“ Viele Lehrer wüssten gar nicht, dass es das Museum gibt. „Dabei ist unser Museum für den Unterricht wie geschaffen.“ Auch Arbeitsmaterialien für Schüler hat der Arbeitskreis „Schule und Museum“ erarbeitet.

Schülergruppen gehörten 2011 auch zu den Besuchern des Klostermuseums in Bad Emstal. Insgesamt, schätzt Hartwin Neumann, kamen im vergangenen Jahr 1200 Besucher in das Museum im Ortsteil Merxhausen. „Damit sind wir ziemlich zufrieden“, so der Vorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal. „Sehr zufrieden sind wir auch mit dem Erzählcafé.“ Etwa 350 Interessierte kamen zu der Veranstaltungsreihe. Auf Vorträge entfallen etwa 250 Gäste und 200 auf Kunstveranstaltungen. „Den Rest machen Besuchergruppen aus der Region und Bad Emstal aus.“

Um das Museum noch interessanter zu machen, setze der Geschichtsverein auch auf die Zusmmenarbeit mit der Christine-Brückner-Schule.

Von Claudia Hempel

Quelle: HNA

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