Betonwand im Homberger Stellbergstadion ist jetzt ein farbenfroher Hingucker

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Fußball verbindet: Freuen sich über das Ergebnis der Projektarbeit (von links) Christian Marx, Christina Ostheim und Stephan Bürger. Gemeinsam arbeiteten Schüler der THS und junge Asylbewerber an der Betonwand im Stellbergstadion. Fotos:  privat/Yüce

Homberg. Eigentlich ist die Arbeit getan. Die einst hässliche Betonwand im Homberger Stellbergstadion ist jetzt ein farbenfroher Hingucker. Einer, der klar macht, hier sind Menschen aller Nationalitäten willkommen.

Denn zu sehen sind landestypische Symbole - ein Kleeblatt für Irland, Palmen und Kamele für Afrika, eine Windmühle für Holland und ein Scheich mit Greifvogel für die Arabischen Emirate. Was alle miteinander verbindet, ist der Sport. Genauer: Fußball.

Gemeinsam mit jugendlichen Asylbewerbern hat der Religionskurs der Klassen neun der Theodor-Heuss-Schule eine Idee in die Tat umgesetzt, die Lehrerin Christina Ostheim und der Jugendleiter der FC Homberg, Christian Marx, bereits vor einem Jahr hatten. Sie wollten gegen Vorurteile ankämpfen und die Schüler mit den jungen Asylbewerbern zusammenbringen. Gesagt, getan.

Nach einem ersten Kennenlernen im Café 44 des Asylbewerberheims in der Bahnhofstraße ging es unlängst mit jeder Menge Ideen und viel Farbe an die Betonwände. Zuvor hatten die jungen Leute mit großer Unterstützung von Künstlerin Kristina Fiand Pappen vorbereitet, die als Schablonen-Vorlage für die Spray-Aktion dienten. Ein ganzes Wochenende lang arbeiteten die Jugendlichen dann an ihren Kunstwerken. „Es ist toll, dass sie außerhalb der Schule so viel Engagement gezeigt haben“, freut sich Christina Ostheim. „Sie haben echt viel gearbeitet und dabei Spaß gehabt“, betont sie mit Blick auf die Betonwand.

Nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch beschäftigten sich die Schüler mit dem Thema Asyl. Unter anderem informierte sich Flüchtlingsberaterin Silvia Scheffer vom Diakonischen Werk des Landkreises über die Situation der Menschen und die Gründe für deren Flucht aus ihren Heimatländern.

„Es ist uns gelungen,Vorurteile abzubauen“, freut sich Ostheim. „Oft beruhen solche Vorurteile nur auf der Angst vor dem Fremden“, fügt Christan Marx an und spricht aus Erfahrung. Denn längst hat sich der FC Homberg in Sachen Integration durch Sport einen Namen gemacht. „Und das ist ein Erfolg“, betont Marx. Derzeit kicken zwei Asylbewerber beim FC mit.

Noch eine weitere Wand

Unterstützung für die Aktion an der Betonwand gab es von der Initiative „Gewalt geht nicht!“. „Hier wurde ein starkes Zeichen gesetzt, und wir wünschen uns noch mehr davon“, sagt Stephan Bürger. Davon kann er fast ausgehen - allein im Stellbergstadion gibt es noch eine weitere große, graue Betonwand. „Wir finden es super, wenn Schule und außerschulische Partner zusammenfinden“, so Bürger weiter.

Es sei toll, dass die ganze THS dahinter stehe. Er hoffe, dass das Projekt einen nachhaltigen Charakter habe. „Die jungen Leute haben gemeinsam gearbeitet und es ist etwas Sinnvolles dabei herausgekommen“, erklärt er. 750 Euro hat „Gewalt geht nicht!“ springen lassen. Weiteres Geld gab es von der Kreissparkasse.

Auch wenn die eine Betonwand im Stadion jetzt ein echter Hingucker ist, etwas fehle noch, so Bürger und Marx: „Die vier Sterne über dem Bild mit der Deutschen Flagge.“

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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