Herbert „Biene” Reuße aus Gensungen feiert runden Geburtstag

Die Betreuer-Legende wird 80

Fing 1946 mit dem Handballspiel an: Heute wird Herbert „Biene“ Reuße 80 Jahre alt. Foto: Schaake

Gensungen. Der Handballsport in Gensungen – vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg – ist eine Erfolgsgeschichte. Einer, der maßgeblich Anteil an den Erfolgen bis hin zum Aufstieg in die erste Bundesliga 1978 hatte, feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag: Der ehemalige Betreuer Herbert Reuße, den alle nur Biene nennen.

„Ich schwirrte immer darum, deshalb hat mich Wilfried Reitz schon in den 50er-Jahren Biene genannt“, sagt der frühere Sanitär-Installateur.

„Ich habe seit 1946 alle Epochen miterlebt“, sagt Reuße. Höhen und Tiefen. 1922 gründete der TSV Eintracht 1863 Felsberg eine Handballsparte. 1925 folgte der TSV Jahn 1895 Gensungen. Brachte es Felsberg im Feldhandball bis in die zweihöchste deutsche Spielklasse, so hatte Gensungen im Hallenhandball stets die Nase vorn.

Elf Jahre zweite Liga

„Wir müssen besser werden als die Eintracht“, lautete Reußes Parole. 1989 gründeten die ehemaligen Lokalrivalen die Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Gensungen/Felsberg, die ab 1997 elf Jahre in der zweiten Bundesliga, dann in der dritten Liga spielte.

„Richtig, dass es so gemacht worden ist, es gibt keine Rivalitäten mehr“, sagt Reuße heute zur HSG-Gründung und zu der im Vorjahr aus der Taufe gehobenen Jugend-Spielgemeinschaft Drei Burgenstadt mit über 200 Spielern: „Sie muss sich jetzt bewähren.“

1946 begann Reuße in der Schülermannschaft. „Unser erstes Spiel in Oberzwehren haben wir 7:2 gewonnen“, weiß er noch heute. Bis 1963 spielte Reuße: „Wir wurden damals Staffelsieger in der Bezirksliga.“ Dann wurde er Betreuer, war zeitweise auch mal Co-Trainer. „Zu einem goldenen Jahrzehnt wurden die 1970er-Jahre für den Gensunger Handball“, steht in der Chronik. Und: „Unter der Führung von Burkhart Prinz und dem nimmermüden Betreuer Biene Reuße bekam das Jahn-Flaggschiff vollen Wind in die Segel.“

Legendärer Sieg

Reußes schönste Erlebnisse: Erfolge gegen die legendäre Sutter-Elf aus Harleshausen. Oder der Sieg in Haßloch. Reuße: „1974 fuhren wir als Hessenmeister nach Haßloch. Die hatten seit zwei Jahren kein Spiel mehr verloren. Wir gewannen vor über 2000 Zuschauern 18:12.“ In Nürnberg spielte Gensungen vor 3000 Zuschauern um die Südwestdeutsche Meisterschaft.

Bitter für Reuße war, als er nach dem Aufstieg in die erste Liga 1978 nicht mehr gefragt war. Nur ein Tor fehlte für den Klassenerhalt. Gensungen stieg ab. „Danach hat man mich angesprochen“, sagt Reuße, „und ich machte wieder mit“.

Nach einer Herzoperation 1984 trat er kürzer, trainierte noch Schüler und Jugendliche. „Bis zum Hessischen Vizemeister gegen Heppenheim“, freut er sich.

Der sportliche Leiter der Spielgemeinschaft Gensungen/Felsberg, Michael Stahl, nennt den 80-Jährigen eine Betreuer-Legende: „Er war unheimlich rührig und hat als rechte Hand von Burkhard Prinz viele junge Talente gefördert wie zum Beispiel Marco Göbel, Matthias Rietschle, Michael Augustin, Holger Lehmann, Michael Reitz, Alexander Stiegel und seinen Sohn Mark.“

„Biene war Mädchen für alles“, sagt Jahn-Ehrenvorsitzender Heinz Sänger: „Er hat sich rührend um alles gekümmert und war sehr beliebt bei den Spielern. Das ist er heute noch.“

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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